
Der frühere FDP-Vorsitzende Christian Lindner will trotz der Krise seiner Partei nicht in die Politik zurückkehren. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich für ein öffentliches Amt noch einmal bewerbe, die geht gegen null. Ich habe viel Freude im privaten Sektor“, sagte Lindner in der Sendung „Hart aber fair“. „Und alles hat seine Zeit. Meine in der Politik liegt hinter mir.“
Auf die Frage, ob er Lust auf eine Rückkehr in die Politik habe, sagte Lindner: „Ich habe es mit Leidenschaft gemacht, aber die ehrliche Antwort darauf ist nein, weil alles hat seine Zeit. Ich habe es gerne gemacht, mit Leidenschaft, jetzt mache ich was anderes mit Leidenschaft.“
Zu Personalien in seiner Partei wollte sich Lindner nicht äußern. Sein Nachfolger als Parteichef, Christian Dürr, hatte als Reaktion auf die Niederlagen bei den Landtagswahlen angekündigt, dass er beim Bundesparteitag im Mai zurücktreten wird – um dort erneut zu kandidieren.
FDP-Landesvorsitzende zieht sich zurück
Auch bei der rheinland-pfälzischen FDP gibt es personelle Konsequenzen: Spitzenkandidatin Daniela Schmitt wird den Landesvorsitz abgeben. Bei einer im Mai vorgesehenen Wahl eines neuen Vorstandes werde sie nicht mehr antreten, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Dieses Ergebnis ist für uns ein tiefer Einschnitt“, teilte Schmitt nach einer Sitzung des Landesvorstandes mit. „Ich trage als Spitzenkandidatin und Vorsitzende der Partei dafür die Verantwortung.“ Für sie bedeute das, im Sinne der Partei nun für einen geordneten Übergang mit einem klaren Fahrplan zu sorgen.
Die FDP hatte bei der Wahl am Sonntag lediglich 2,1 Prozent der Stimmen geholt und war damit nach 2011 ein weiteres Mal aus dem Landtag in Mainz geflogen.
Lindner kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der bereits nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg vor zwei Wochen gesagt hatte, die FDP sei von der politischen Bühne in Deutschland verschwunden. „Eine solche Äußerung eines Regierungschefs sagt mehr über seinen Stil aus als über den Gegenstand, über den er spricht“, sagte Lindner.
Der 47-Jährige hatte im Februar 2025 die Verantwortung für das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl übernommen und sich aus der Politik zurückgezogen. Er arbeitet mittlerweile in der freien Wirtschaft und ist unter anderem in der Autobranche tätig.
