Motorradeskorte, graue Limousine und roter Teppich: Königin Silvia von Schweden ist in Düsseldorf zu Besuch – und geht nicht mit leeren Händen nach Hause. Neben einem Empfang von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ist die 82-jährige Monarchin auch für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Bei einer Gala am Abend wurde sie als «Düsseldorferin des Jahres» geehrt und der Ministerpräsident überreichte ihr einen Preis.
Zuvor war die Königin am Mittag zu ihrem ersten offiziellen Besuch von Wüst in der Staatskanzlei empfangen worden. Die 82-jährige Monarchin trug sich dabei in das Gästebuch des Landes ein.
Wüst hob das soziale Engagement der Königin hervor: «Mit großer Empathie, Führungsstärke und internationaler Strahlkraft setzt sie sich unermüdlich für die Schwächsten unserer Gesellschaft ein – insbesondere für Kinder, die Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden sind.»
Mit der 1999 gegründeten World Childhood Foundation habe sie weltweit Strukturen geschaffen, die betroffenen Kindern Schutz und Gehör geben. Das 2020 in Düsseldorf eröffnete Childhood-Haus sei Teil davon.
Organisation hilft Kindern nach Verbrechen
Nach dem Gespräch in der Staatskanzlei besuchte die Königin dieses Haus. Die Einrichtung ist eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die sexuellen Missbrauch oder schwere körperliche Gewalt erlebt haben.
In dem Haus in der Nähe der Uni-Klinik können Kinder als Opfer von Verbrechen behutsam vernommen werden, ohne dem Täter zu begegnen. Damit soll ihnen eine Aussage in einer Gerichtsverhandlung erspart werden.
Laut der «Rheinischen Post», die die Gala veranstaltet, habe sich die World Childhood Foundation «maßgeblich für die Verbesserung des Kindeswohls eingesetzt und das Thema auf die Weltagenda gebracht». Die Königin wurde bei der Veranstaltung für ihr langjähriges gesellschaftliches Engagement als Gründerin und Ehrenvorsitzende der Organisation geehrt. Seit der Gründung setzte die World Childhood Foundation demnach 1.200 Projekte in 19 Ländern um.
Besondere Beziehung zu Düsseldorf
Die Königin hat eine weitere besondere Beziehung zur Landeshauptstadt: Nachdem ihre Familie 1957 aus Brasilien in die Landeshauptstadt gezogen war, legte sie 1963 am Düsseldorfer Luisen-Gymnasium ihr Abitur ab.
1972 lernte sie bei den Olympischen Spielen in München, wo sie als Hostess arbeitete, ihren späteren Ehemann kennen, den heutigen König Carl Gustaf von Schweden. Im Juni feiern König und Königin ihre Goldene Hochzeit und das 50-jährige Thronjubiläum.
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