
Bedenke das Ende! Das würde man Donald Trump jeden Tag und jede Nacht fünfmal zurufen, wenn man denn glauben könnte, dass er für solche Ratschläge empfänglich wäre. Aber das ist er, wie es sein Krieg gegen Iran zeigt, wohl nicht. Doch vielleicht tun wir ihm Unrecht, und er hat sogar ganz gründlich nachgedacht und sich eine lange Reihe von güldenen Hotels und sattgrünen Golfplätzen an der Straße von Hormus vorgestellt, die dann natürlich in Trump Street umbenannt werden müsste. Was kann Trump dafür, dass die Mullahs bei dem tollsten Immobilienprojekt, das die Welt je gesehen hat, nicht mitmachen, sondern lieber sterben wollen?
So sad! Da ist es doch mehr als verständlich, dass er den Schlamassel im Nahen Osten lieber uns Europäern überlassen will und sich dem leichter einzusackenden und zudem direkt vor Mar-a-Lago liegenden Kuba zuwendet, selbst wenn es dort kein Öl gibt, aber auch traumhafte Strände.
Und Trump weiß ja, dass jedenfalls wir Deutschen immer alles vom Ende her denken, wie es uns die Hohepriesterin dieser Lehre sechzehn Jahre lang vorregiert hat, von der Energie- bis zur Migrationspolitik. Das hat Trump so ungemein beeindruckt, dass er noch heute, zwei deutsche Kanzler später, davon erzählt.
Angela Merkels weitsichtige Entscheidungen
Merkels Entscheidungen waren in der Tat ungemein weitsichtig. Hätte sie damals die Grenzen für die Flüchtlinge geschlossen und den Atomausstieg nicht beschleunigt, wäre die AfD wahrscheinlich verwelkt wie die FDP. Mancher mag jetzt vielleicht meinen, dass das besser gewesen wäre. Aber dann wären die vielen Deutschen, die jetzt AfD wählen, politisch heimatlos geblieben und hätten sich nicht entscheiden können, wen sie wählen sollen.
Und das fällt ja schon genug Bürgern ungemein schwer. Bei der jüngsten Kommunalwahl in Frankfurt gab es lange Schlangen in den Wahllokalen, weil manche Wähler noch in der Wahlkabine sehr ausführlich mit sich rangen. Beim Kumulieren und Panaschieren wurde so geseufzt, dass man fast meinte, einen Arzt rufen zu müssen. Angesichts der bettlakengroßen Stimmzettel, die kein Mensch mehr überblicken und schon gar nicht wie vorgeschrieben zusammenfalten kann, wundert es uns auch nicht, dass immer mehr Deutsche meinen, eine Einparteienherrschaft sei vielleicht auch nicht schlecht.
Putin und Xi könnten das hundertzehnprozentig garantieren
Wir würden trotz aller Mühsal dennoch dafür plädieren, beim Mehrparteiensystem zu bleiben. Der Unterhaltungswert ist viel größer. Klar könnten auch Putin und Xi ankündigen, sich den Kopf kahl zu rasieren, wenn sie nicht 110 Prozent der Stimmen erhielten. Aber im Unterschied zu der bedauernswerten FDP-Generalsekretärin in Baden-Württemberg könnten sie auch hundertzehnprozentig dafür sorgen, dass sie die 110 Prozent bekämen.
Nicole Büttner hätten schon fünf Prozent gereicht, um ihre Locken behalten zu können. Ihr Kalkül ging aber so wenig auf wie Trumps Plan für seinen Krieg gegen die Mullahs. Wie konnten die Wählerinnen und Wähler in Baden-Württemberg nur so erbarmungslos sein? Na ja, die Schwaben sind schlau. Vielleicht haben potentielle FDP-Wähler nach Büttners Ankündigung die Partei extra nicht gewählt, um zu sehen, ob die sich endlich wieder an ihre Versprechungen hält.
Diesen Test hätte die FDP bestanden, weswegen wir glauben, dass die Partei in fünf Jahren gute Chancen haben müsste, in den Landtag zurückzukehren, wenn Büttner dann ihren kahlen Kopf plakatiert. Die Rückgewinnung verlorener Glaubwürdigkeit täte aber natürlich allen Parteien gut. Wir warten also darauf, dass auch andere Politiker mit ihrer Haarpracht dafür garantieren, nach der Wahl zu tun, was sie vor der Wahl versprochen haben.
Der mit dem schönsten Schopf, Trump, wird wohl nicht dazu bereit sein, dazu hängt er zu sehr an seiner Zuckerwatte-Mähne. Aber bei deutschen Politikern könnten wir uns schon vorstellen, dass sie ein derart haariges Gelübde ablegen. Manche hätten da ja auch nicht mehr allzu viel zu verlieren.
