
Kristin Cabot ist im Juli vergangenen Jahres unfreiwillig bekannt geworden. Eine Kiss Cam schwenkte während eines Coldplay-Konzerts in einem Football-Stadion in der Nähe von Boston auf sie und ihren Chef Andy Byron. Die Aufnahme ging viral – und veränderte ihr Leben. Nun war Cabot im Podcast der Moderatorin Oprah Winfrey zu Gast. Sie sprach über die Vorgeschichte und Folgen des Videos.
Der Moment, der ihr Leben auf den Kopf stellte, ging so: Die auf das Publikum gerichtete Kamera filmte die noch verheiratete, von ihrem Ehemann aber getrennt lebende Kristin Cabot in den Armen ihres Chefs Andy Byron. Beide arbeiteten damals für das amerikanische Technologieunternehmen Astronomer. Als Cabot sich überrascht die Hände vor das Gesicht schlug und Byron sich hinter Zuschauern versteckte, sagte Coldplay-Sänger Chris Martin auf der Bühne: „Oh, seht euch die beiden an. Entweder sie haben eine Affäre oder sie sind sehr schüchtern.“
Als sie das Konzert besuchte, war Cabot bereits getrennt
Vier bis sechs Wochen vor dem Konzertbesuch, erzählte Cabot nun, hätten sie und ihr Mann entschieden, sich zu trennen. In ihrer Funktion als Personalmanagerin habe sie zu dieser Zeit sehr viel gearbeitet. Zu Andy Byron, ihrem Chef, habe sie eine „sehr enge Arbeitsbeziehung“ gehabt. Als er sie in einer Mittagspause gefragt habe, ob alles in Ordnung ist, habe sie von der Trennung erzählt. Byron habe gesagt, er lebe getrennt von seiner Frau und plane die Scheidung. Dadurch hätte sie eine „sofortige Verbindung“ zu ihm gespürt.
Kurz darauf hätten sie beschlossen, zu dem Konzert zu gehen. Auf dem Weg dorthin, so Cabot, habe ihre Tochter geschrieben, dass ihr Vater – also der heutige Exmann Cabots – auch auf dem Konzert sei. Sie habe sich gefragt: „Wird es komisch sein, wenn er mich mit Andy (Byron) sieht?“ Dann habe sie gedacht: „Ich bin im Gilette-Stadion, ich werde ihn wahrscheinlich nicht zufällig treffen.“ Außerdem habe ihr ehemaliger Ehemann gewusst, dass sie mit Andy Byron Zeit verbringe. Die Umarmung, die die Kiss Cam einfing, sei die erste körperliche Berührung der beiden gewesen, so Cabot.
Die Kiss-Cam-Aufnahme wurde zu einem der meistgesehenen Social-Media-Videos 2025. In vielen Medienberichten hieß es damals, sowohl Cabot als auch Byron seien verheiratet und hätten eine heimliche Affäre. Unter anderem deshalb erhielten die beiden viele Hasskommentare. Wie Cabot in einem Interview mit der New York Times sagte, sei sie als „Schlampe“, „Ehebrecherin“ und geldgierig beschimpft worden. Sie habe zahlreiche abwertende Kommentare über ihr Aussehen lesen müssen. Laut ihrer Aussage im Dezember 2025 gingen bis dahin fast 60 Morddrohungen bei ihr ein.
Auch darüber hinaus hatte die Aufnahme Folgen: Cabot kündigte ihren Job. Auch die Beziehung zu ihren beiden Kindern habe gelitten. „Sie sind wütend auf mich. Und ich muss akzeptieren, dass sie vielleicht für den Rest ihres Lebens wütend auf mich sind“, sagte sie der New York Times.
Zu Beginn des Podcasts sagt Cabot, sie habe lange gezögert, ob sie mit Oprah Winfrey sprechen solle. Schließlich habe sie sich dafür entschieden: „Meine Mutter hat mir immer gesagt: Schweigen bedeutet Akzeptanz.“ Zudem fühle sie eine Verantwortung für die Menschen, die Ähnliches erleben, aber nicht die Kraft hätten, zu sprechen.
