Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen “begrenzte und gezielte Bodeneinsätze” im Süden des Nachbarlands Libanon begonnen. Ziel seien in der Gegend aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz, teilte Israels Armee am Morgen mit. Im Libanon herrscht Sorge vor einer größeren Bodenoffensive Israels in dem Land.
Nach Informationen des Nachrichtenportals Axioswill Israel wohl das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen. Axios bezieht sich dabei auf israelische und US-amerikanische Kreise.
Bereits Angriffe aus der Luft
Laut der israelischen Armee sollen die Einsätze eine “vorwärtsgerichteten Verteidigungsposition” aufbauen und stärken. Durch die Zerstörung von terroristischer Infrastruktur und die Tötung von Terroristen sollen die Bewohner Nordisraels geschützt werden. Die Armee habe zuvor bereits mit Angriffen aus der Luft die “Bedrohungen im Einsatzgebiet” verringert.
Die Times of Israel hatte bereits am Wochenende berichtet, dass
israelische Bodentruppen bei Kämpfen im Südlibanon Dutzende Milizionäre
der irantreuen Hisbollah getötet hätten. Israels
Verteidigungsministerium bestätigte den Bericht auf Anfrage. Zudem
seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der
Hisbollah zerstört worden.
Zahlreiche Tote und Verletzte
Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte die vom Iran finanzierte Hisbollah den Norden Israels unter Beschuss genommen. Seither nimmt die israelische Armee Ziele im
Libanon ins Visier, insbesondere in Gebieten, die als
Hisbollah-Hochburgen gelten. Dazu zählen der Süden des Landes, die
südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut und die ostlibanesische
Bekaa-Ebene. Nach jüngsten Angaben des libanesischen
Gesundheitsministeriums wurden dabei im Libanon insgesamt 850 Menschen getötet und mehr als 2.100 weitere verletzt.
Bereits während des Gazakriegs nach dem Großangriff der Terrormiliz Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte die Hisbollah den Norden Israels unter Beschuss genommen. Daraufhin verließen 60.000 Menschen infolge einer Evakuierungsaufforderung der Behörden ihre Häuser. Israel hat zugesichert, solche Evakuierungen diesmal vermeiden zu wollen.
