Auf seiner Reise durch die vom Irankrieg betroffenen Golf-Staaten hat Außenminister Johann Wadephul am Mittwoch deutsche Staatsbürger aus Doha mit nach Riad genommen. Sie fanden Platz in der Bundeswehr-Maschine vom Typ A400M, mit der Wadephul durch die Region reist. Dabei handelte es sich um eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Touristen, die Qatar aufgrund von Luftraum-Sperrungen zuletzt nicht hatten verlassen können. Der Luftverkehr ist noch immer eingeschränkt aufgrund von Beschuss aus dem Iran. Die Ausreise über dem Landweg nach Saudi-Arabien ist zudem beschwerlich und weit, mit dem Bus sind es etwa 14 Stunden.
Von Riad aus reisten die deutschen Staatsbürger mit einem von der Bundesregierung organisierten Sonderflug weiter nach Deutschland, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Unter ihnen befinden sich drei Familien mit Kindern. Nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt hat in der Krisenvorsorgeliste ELEFAND für Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate nur noch je eine niedrige dreistellige Zahl der registrierten deutschen Staatsangehörigen einen Ausreisewunsch geäußert. Eine vierstellige Zahl deutscher Staatsangehöriger konnte bereits Qatar verlassen.
Am Mittwoch war Wadephul von Riad aus zunächst nach Abu Dhabi geflogen, um mit dem Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan zu sprechen, bevor er weiter nach Doha flog. Dort sprach Wadephul auch mit Muhammad bin Abdulrahman bin Dschassim Al Thani. In einem Statement im Anschluss kündigte Wadephul an, für den Nahen und Mittleren Osten weitere Mittel der humanitären Hilfe über 93 Millionen Euro bereitzustellen. Mit dem Geld soll unter anderem die Arbeit des Kinderhilfswerks UNICEF, des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), und des Welternährungsprogramm WFP in Libanon, Jordanien, Syrien und den Palästinensischen Gebieten unterstützt werden. Das Auswärtige Amt hat in den vergangenen Monaten bereits humanitäre Hilfe in Höhe von bis zu 188 Millionen Euro für die Menschen in der Region bereitgestellt.