Cem Özdemir nennt sich selbst gern einen “anatolischen Schwaben”. Doch während vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg der Akzent auf der regionalen Identität lag, rückt mit seinem Wahlsieg die Herkunftsgeschichte in den Blick. Die Integrations- und Migrationsforscherin Naika Foroutan erklärt, wie regionale Milieus migrantische
Politik prägen – und warum Herkunft im Wahlkampf zugleich präsent und doch marginal
sein kann.
DIE ZEIT: Frau Foroutan, Deutschland bekommt aller
Voraussicht nach in Cem Özdemir den ersten Ministerpräsidenten mit türkischem
Migrationshintergrund – rund 65 Jahre nach der Unterzeichnung des
Anwerbeabkommens mit der Türkei. Ist das ein Meilenstein?
