Schon das kaiserliche China zeige: Eine Weltmacht, die sich gegen die Wissenschaft stellt, hält das Wachstum nicht auf, sagt der Wirtschaftsnobelpreisträger Joel Mokyr.
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DIE ZEIT: Professor Mokyr, Sie haben ein Arbeitsleben lang erforscht, wie technische Innovationen zu Wirtschaftswachstum führen. Und sind dabei zu dem überraschenden Schluss gekommen: Bloß weil irgendwelche neuen Sachen erfunden werden, entstehen daraus noch lange nicht Wachstum und Wohlstand.
Joel Mokyr: Das stimmt, historisch gesehen leben wir gerade in einer ungewöhnlichen Zeit. Wenn Sie größere Zeiträume betrachten, Jahrhunderte, dann ist lange überhaupt nichts passiert, und plötzlich kam es zu einem starken Ausschlag nach oben: mehr Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, höhere Lebenserwartung, deutlich mehr Wohlstand in ganz vieler Hinsicht. Seit dem 20. Jahrhundert hat sich unser Leben dramatisch verändert.
