
Der Flugverkehr in der Golfregion wird weiter durch den Irankrieg gestört. Da der qatarische Luftraum gesperrt gewesen sei, seien die Flüge von Qatar Airways vorübergehend ausgesetzt, teilte die Fluggesellschaft auf der Kurznachrichtenplattform X mit. Sie kündigte aber später an, dass im Laufe des Tages noch Flüge aus Frankfurt und London und morgen etwa aus Paris und Madrid nach Doha geplant seien.
Die Luftfahrtbehörde habe einen „sicheren Korridor“ für die Flüge bestätigt trotz der weiter laufenden Angriffe in der Golfregion. Es handle sich um Flüge für Reisende mit dem Ziel Doha. Man hoffe, am Sonntag unter anderem wieder nach Frankfurt fliegen zu können. Am Morgen hatte das qatarische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass eine auf das Staatsgebiet gerichtete Rakete abgefangen worden sei.
Der Flugraum über Bahrain sei ebenfalls gesperrt, gab der internationale Flughafen des Landes auf X bekannt. Auch im Irak kündigte die Behörde für zivile Luftfahrt an, dass die Schließung des Luftraums verlängert werde. Diese soll nun vorerst bis Dienstagmittag andauern. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme wegen der Sicherheitslage und der aktuellen Entwicklungen in der Region.
Zehntausende Menschen sitzen noch fest
Auch in Dubai war der Flugverkehr aus Sicherheitsgründen zwischenzeitlich eingestellt worden, teilte der dortige Flughafen mit. Wie die Fluggesellschaft Emirates auf X mitteilte, sind die Flüge am Morgen teilweise wieder aufgenommen worden. In einem mittlerweile gelöschten Post hatte die Fluggesellschaft von einem Zwischenfall gesprochen, teilte zu diesem aber keine genaueren Informationen mit.
Wegen der Eskalation des Konflikts sitzen seit dem vergangenen Wochenende derzeit noch Zehntausende Menschen im Nahen Osten fest, die dort Urlaub machten oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten dort hatten ihren Luftraum zeitweilig komplett geschlossen. Inzwischen sind begrenzt wieder Flüge möglich. Die Gefahr iranischer Angriffe im Land und in der Region besteht indes weiter.
Mehrere Tausend Urlauber ausgeflogen
Derweil sind immer mehr gestrandete Touristen aus der Nahost-Region zurück in Deutschland – viele warten aber noch auf einen Heimflug. „Flugzeuge stehen in ausreichender Zahl bereit, entscheidend sind sichere Flughäfen und Luft-Korridore, die die Behörden freigeben“, erklärte TUI-Chef Sebastian Ebel. „Noch konnten leider nicht alle Gäste zurück nach Deutschland reisen, da Luft- und Seewege gesperrt sind.“
Eine genaue Zahl, wie viele Deutsche wegen des seit einer Woche herrschenden Iran-Krieges festsitzen, gibt es noch nicht. Seit Dienstag landeten aber mehrere Linienflüge mit Urlaubern und Urlauberinnen auf deutschen Flughäfen. Auch von der Bundesregierung organisierte Sonderflüge brachten Menschen zurück aus der Krisenregion.
Am Samstag landeten weitere 640 Gäste des Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff 4“ am Flughafen Frankfurt/Main, wie ein Sprecher von TUI Cruises mitteilte. „Mittlerweile sind über 2000 Gäste der „Mein Schiff 4“ zurück in der Heimat.“ Demnach sind rund 2500 Menschen an Bord des Schiffes gewesen.
Früheren Angaben zufolge liegen von TUI Cruises die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ mit einer Kapazität für insgesamt gut 5.000 Reisende wegen des Iran-Krieges in der Region fest. Erste Rückflüge für die Passagiere von „Mein Schiff 5“ seien beauftragt worden.
Der Deutsche Reiseverband sprach von mehreren tausend Urlaubern, die inzwischen ausgeflogen worden seien. Geplante Reisen in die betroffene Region seien wegen der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes von den Reiseveranstaltern abgesagt worden. „Wie lange diese Situation anhalten wird, lässt sich derzeit nicht seriös vorhersagen“, teilte der Verband mit.
