
Mogelpackung. Schock. Im Wetteifer um die Gunst sich schnell abwendender Nutzer war einigen Medien kaum ein Wort zu groß. Die Studie des Fraunhofer-Instituts (es gibt deren 75) habe gezeigt, dass Plug-in-Hybride viermal „durstiger“ seien als angegeben. Es darf bezweifelt werden, dass die so Schreibenden je einen Blick in die im Netz frei verfügbare Studie geworfen haben. Dort wäre zunächst festzustellen, dass es sich um eine Gemeinschaftsarbeit von sechs Instituten handelt, darunter das Öko-Institut Berlin und das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. Ausgewiesene Autofreunde also, tätig im Rahmen eines mittlerweile ausgelaufenen Maßnahmenprogramms des einstigen grünen Wirtschaftsministers Robert Habeck.
Der Befund der Wissenschaftler dürfte regelmäßige Leser von Technik und Motor kaum überraschen. Die 981.000 analysierten Plug-in-Hybridfahrzeuge, zugelassen vor dem Jahr 2024, verbrauchten real im Mittel 5,9 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer statt der nach internationaler Prüfnorm ermittelten 1,5 Liter. Der elektrische Fahranteil lag durchschnittlich bei etwa einem Viertel der zurückgelegten Wegstrecke.
Häufig auf der Langstrecke im Einsatz
Für sich betrachtet gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass es sich bei den teuren Stöpselhybriden häufig um große, leistungsstarke und auf der Langstrecke eingesetzte Fahrzeuge handelt und die Physik bewegter Massen nicht verhandelbar ist. Zumal sich die Diskrepanz zwischen Prüfstand und Straße mit aktuellen Plug-in-Hybriden aufgrund größerer Akkus verringert. Im vergangenen Jahr wurde zudem das Berechnungsverfahren für den Normwert verschärft.
Das allerdings reicht den Studienautoren, die nach eigener Auskunft eine „evidenzbasierte Grundlage für politische Entscheidungen“ treffen wollen, noch immer nicht. Es scheint, als wollten sie einer in Europa wie China erfolgreichen Technik den Garaus machen.
