Der frühere deutsche Rennfahrer Hans Herrmann ist tot. Der Le-Mans-Gesamtsieger von 1970 starb am Freitag im Alter von 97 Jahren, wie der Autobauer Porsche unter Berufung auf seine Familie mitteilte. Der Rennfahrer gehörte zu den erfolgreichsten deutschen Motorsportlern der Nachkriegszeit. Mit seinem Fahrstil und zahlreichen Podestplätzen prägte er eine ganze Generation deutscher Rennfahrer.
„Ich wollte das Schicksal nicht noch länger strapazieren“
Herrmann war über viele Jahre bei verschiedenen Rennarten im internationalen Motorsport aktiv. Seinen größten Erfolg feierte er 1970 mit dem Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Der gebürtige Heidelberger teilte sich beim Klassiker den rot-weiß-roten Porsche 917 mit dem Engländer Richard Attwood.

Danach beendete Herrmann seine Karriere. „Ich wollte das Schicksal nicht noch länger strapazieren“, sagte der Rennfahrer einmal. „Mir war bewusst, wie viel Glück ich gehabt hatte bei so vielen Freunden, die man über die Jahre verloren hat.“ Weil er trotz mehrerer schwerer Unglücke meist mit dem Schrecken davonkam, erhielt er den Namen „Hans im Glück“. Beim Großen Preis von Monaco 1955 etwa verunglückte er schwer.
„Einer der erfolgreichsten Werksrennfahrer“
„Die Nachricht über den Tod von Hans Herrmann hat uns alle sehr getroffen“, sagte Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport. „Er war einer der erfolgreichsten Werksrennfahrer der Porsche AG.“ Mit dem Sieg in Le Mans habe er Geschichte geschrieben.
Mercedes erinnerte an einen „herausragenden Rennfahrer, der die Geschichte von Mercedes-Benz maßgeblich geprägt hat“. Als Teil der legendären Silberpfeil-Rennfahrer habe er Mitte der 1950er-Jahre beeindruckt. „Seine sympathische Ausstrahlung und seine Leidenschaft für den Motorsport machten ihn bei Fans und Mitmenschen sehr beliebt“, sagte Marcus Breitschwerdt, CEO der Mercedes-Benz Heritage.
