Gut eine Woche nach der Brandkatastrophe in einer Bar im Skiort Crans-Montana in der Silvesternacht gedenkt die Schweiz heute mit einem nationalen Trauertag der Toten. Um Punkt 14 Uhr sollen im ganzen Land die Kirchenglocken läuten, gleichzeitig soll es eine Schweigeminute geben.
In Martigny westlich des Unglücksorts Crans-Montana findet eine Gedenkfeier statt, zu der neben dem Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin auch auslädische Gäste wie der französische Präsident Emmanuel Macron erwartet werden.
Bei dem Feuer in der Bar Le Constellation waren in der Silvesternacht 40 Menschen gestorben, daruter auch viele Jugendliche. Das jüngste Todesopfer war 14 Jahre alt. Zudem wurden 116 Menschen verletzt, viele erlitten schwere Verbrennungen.
Barbetreiber sollen erstmals vernommen werden
Ebenfalls an diesem Freitag sollen die beiden französischen Betreiber der Bar erstmals vernommen werden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP soll das Ehepaar von der Schweizer Staatsanwaltschaft in der nahegelegenen Stadt Sitten befragt werden. Gegen sie wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.
Das Ehepaar hatte sich am Dienstag in einer Erklärung zur “vollständigen Zusammenarbeit” mit den Ermittlungsbehörden bereit erklärt. “Wir werden in keiner Weise versuchen, uns diesen Dingen zu entziehen”, hieß es darin. Beide seien “am Boden zerstört und voller Trauer”.
Den Ermittlern zufolge wurde der Brand im Keller der Bar offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft konzentrieren sich unter anderem auf die Frage, ob die Schaumstoffdämmung an der Kellerdecke den Brandschutzvorschriften entsprach. Am Dienstag hatte die Gemeinde Crans-Montana eingeräumt, dass es seit 2019 keine Brandschutzkontrollen in der Bar gegeben hatte.
