Der Iran und Russland haben ein gemeinsames Marinemanöver
vor der Küste der Islamischen Republik begonnen. Nach Angaben der iranischen
Nachrichtenagentur Isna sind neben den russischen und iranischen
Marineeinheiten auch die Revolutionsgarden (IRGC) beteiligt. Die Übung findet
im strategisch wichtigen Golf von Oman und dem angrenzenden nördlichen
Indischen Ozean statt.
Die Revolutionsgarden hatten bereits am Montag ein
Militärmanöver in der nordwestlich gelegenen Straße von Hormus abgehalten und
dabei Raketen auf Ziele im Persischen Golf abgefeuert. Damit sollte die
Einsatzbereitschaft der IRGC im Falle eines möglichen Angriffs der USA demonstriert
werden.
Teile der Meerenge wurden daher für mehrere Stunden für den
Schiffsverkehr gesperrt. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten
internationalen Schifffahrtsrouten, über die mehr als 20 Prozent der weltweiten
Öllieferungen transportiert werden.
Signal an die USA
Die USA hatten zuletzt wiederholt einen militärischen
Einsatz gegen den Iran ins Gespräch gebracht. Es ist davon auszugehen, dass die
gemeinsame Übung mit Russland auch ein Signal der Abschreckung von Seiten des
Irans senden soll. An diesem Donnerstag sind in mehreren südlichen Landesteilen
auch Raketentests geplant.
Anlässlich der Spannungen forderte Russland alle Seiten zu Zurückhaltung
auf. Präsidentensprecher Dmitri Peskow sagte der staatlichen Nachrichtenagentur
Tass zufolge in Moskau: “Russland entwickelt seine Beziehungen zum Iran weiter
und ruft dabei unsere iranischen Freunde wie alle Seiten in der Region auf,
politisch-diplomatischen Mitteln absolute Priorität zu geben bei der Lösung
verschiedener Probleme.”
Opposition hofft auf Machtwechsel
Der ölreiche Iran steckt in der schwersten Finanzkrise
seiner Geschichte. Das war auch zentraler Auslöser der landesweiten Proteste Ende
Dezember und Anfang Februar, bei dessen brutalem Niederschlag tausende Menschen
getötet wurden.
Die iranische Opposition im In‑ und Ausland hofft auf einen
möglichen Machtwechsel im Land. Einige Oppositionsgruppen setzen dabei auf internationale
Unterstützung, insbesondere von den beiden politischen Erzfeinden der Islamischen Republik, der USA und Israel.
