Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle hat Vorwürfe zurückgewiesen, das Festival zensiere Filmschaffende, die sich zum israelischen Vorgehen in Gaza äußern. “Es stimmt nicht, dass wir Filmemacher zum Schweigen gebracht oder eingeschüchtert haben”, sagte Tuttle der Nachrichtenagentur dpa. Sie sei von dem Brief überrascht worden und es sei “unglaublich hart” gewesen, ihn zu lesen.
Auslöser ist ein offener Brief, der in der US-Branchenzeitschrift Variety veröffentlicht wurde und den mehr als 80 Filmschaffende unterzeichnet haben, darunter Tilda Swinton, Javier Bardem, Mike Leigh und Fernando Meirelles. Sie werfen der Berlinale “institutionelles Schweigen” vor und sich an der Zensur von Filmemachern beteiligt zu haben, die sich gegen “Israels anhaltenden Genozid an den Palästinensern in Gaza” ausgesprochen hätten.
Die Unterzeichner beziehen sich auf konkrete Vorgänge rund um die Berlinale des vergangenen Jahres. Der Regisseur Jun Li hatte damals von der Bühne aus Deutschland vorgeworfen, einen Genozid an den Palästinensern zu unterstützen, und die Parole “From the river to the sea, Palestine will be free” gerufen. Das Berliner Landeskriminalamt nahm daraufhin Staatsschutzermittlungen auf. Tuttle bedauerte den Vorfall öffentlich.
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