
Ein mäkeliger Fiskus, fehlende neue Konzepte und immer mehr finanzielle Schieflagen machen Film-Fonds große Probleme. Doch oft können Anleger noch reagieren, um wenigstens Teilerlöse zu retten.
,,Quo vadis“ — selten traf der alte Roman- und Filmtitel besser auf die weitere Entwicklung der Medienfonds zu als derzeit. Ob und wie es weitergeht, weiß keiner so genau. Das gilt sowohl für angedachte neue Modelle als auch für die vielen Altlasten der Branche. Denn immer mehr Fonds entpuppen sich als echte Sanierungsfälle mit ungewissem Ende. Und auch der Fiskus will schon lange nicht mehr mitspielen. Immerhin hat er in einigen Fällen etwas Dampf aus dem Kessel genommen.
Große Hoffnungen hatten viele Anbieter an ein geplantes Fördermodell geknüpft, das laut Koalitionsvertrag spätestens zum 1. Juli 2006 neue Anreize für private Kapitalgeber schaffen sollte. Doch der Zeitpunkt war nicht zu halten. Im Gespräch ist nun eher ein eingeschränktes Subventionsmodell mit sehr begrenzter Wirkung. Steuerliche Anreize wird man vermutlich vergeblich suchen.
Fonds in Schieflage
Vor neuen Investitionen wären aber die meisten Anleger erst einmal froh, aus ihren bisherigen Beteiligungen überhaupt Geld zurückzuerhalten. Denn die allermeisten Fonds haben Probleme en masse. Hauptursachen: „Fehler bei der Partnerwahl und Vertragsgestaltung, falsche Projektauswahl und Kapitalsteuerung, Missmanagement sowie mangelnde Kontrolle der Partner und Erlöse“, fasst Kai-Roger Grüneke zusammen, der als neuer Geschäftsführer die drei angeschlagenen Fonds Vif 1, MBP 1 und MBP 2 sanieren will Dabei strebt er auch den Zusammenschluss mit anderen Fonds an, um Kräfte zu bündeln und Kosten zu sparen. Denn viele haben sich anfangs über den Tisch ziehen lassen, „und die internationalen Partner nutzen das Ungleichgewicht heute noch gnadenlos aus“, sagt Grüneke.
Hoffnung auf Resterlöse
Aber die Fonds-Filme bieten immer noch Ertragspotenzial — wenn auch auf längere Zeit verteilt und mit erheblichen Abschlägen zum Prospekt. „Im laufenden Vertriebsgeschäft, in neuen Auswertungswegen und dem Eintreiben von Forderungen“ sieht Grüneke mögliche Erlöse. Dafür müssen Anleger aber endlich der bitteren Realität ins Auge sehen, dann können sie vielleicht noch einige Euro rausholen.
