Der britische
Regierungschef Keir Starmer hat nach Enthüllungen um den US-Sexualstraftäter
Jeffrey Epstein seinen dritten hochrangigen Mitarbeiter innerhalb weniger Tage verloren.
Der Kabinettssekretär und Leiter des öffentlichen Dienstes, Chris Wormald,
trete “im gegenseitigen Einvernehmen” und mit sofortiger Wirkung
zurück, teilte die Regierung in London mit.
Starmers Büro nannte
keine Gründe für den Rücktritt des Kabinettssprechers. Am Sonntag war bereits Starmers
Stabschef Morgan McSweeney zurückgetreten. Weniger als 24 Stunden später kündigte
Kommunikationschef Tim Allan. Starmer selbst steht zunehmend unter Druck.
Mehrere Politiker, darunter der Chef der schottischen Labour-Partei, forderten in
den vergangenen Tagen seinen Rücktritt.
Starmer will laut Opposition “seine eigene Haut retten”
Auslöser der
Regierungskrise waren Enthüllungen in den von der US-Justiz freigegebenen Akten
zum Epstein-Skandal. Diese zeigten, dass Starmer den früheren britischen
Wirtschaftsminister Peter Mandelsohn Anfang 2025 zum US-Botschafter ernannte,
obwohl er von dessen Freundschaft zu Epstein wusste. Mandelson soll zudem vertrauliche
Interna aus Kabinettssitzungen an Epstein weitergeleitet haben.
Starmer hat einen
Rücktritt bisher ausgeschlossen. Er sei nicht bereit, sein Mandat abzugeben, hatte
er am Montagabend gesagt. Britischen Medienberichten zufolge will Starmer nach
der Kontroverse um Mandelsohn seine Arbeit und das Team in der Downing Street neu
ausrichten.
Oppositionschefin
Kemi Badenoch von den Konservativen warf dem Labour-Politiker im Onlinedienst X
vor, seine Mitarbeiter für die eigenen Fehler büßen zu lassen. Der Premier
wolle durch den Rücktritt “seine eigene Haut retten”.
Über Wormalds Abgang
hatten britische Medien bereits spekuliert. Er war seit Dezember 2024
Kabinettssekretär und damit oberster Beamter des Landes. Damit hatte er sein Amt
kurz vor Mandelsons Ernennung zum Botschafter übernommen. In seiner Funktion
als Kabinettssekretär war er jedoch für die Überprüfung von Mandelsons
Ernennung verantwortlich. Britische Medien hatten zudem mehrfach berichtet,
dass Starmers Labour-Regierung unzufrieden mit Wormalds Arbeit bei der Reform
des öffentlichen Dienstes gewesen sei.
