Die überraschend deutliche Niederlage der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen ist nach Ansicht von Vizepräsident JD Vance auf den Irankrieg zurückzuführen. »Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg«, schrieb er auf X. Das habe selbst US-Präsident Donald Trump gesagt. Vance bezog sich damit auf Äußerungen Trumps auf Fox News. Dort hatte der US-Präsident am Wahlabend gesagt, der Irankrieg habe eine Rolle bei den Wahlverlusten seiner Republikaner gespielt.
Vance distanzierte sich mit seinen Aussagen indirekt von der Außenpolitik des US‑Präsidenten. Jede Diskussion darüber, wie es nun weitergehen soll, müsse genau beim Irankrieg ansetzen, schrieb der Vizepräsident. »Wenn Sie argumentieren wollen, dass es das wert war, dass der Verlust des Senats für die nächsten sechs Jahre es wert war, dann tun Sie es«, schrieb er. Berichten zufolge stand Vance dem von Trump begonnenen Krieg bereits in der Vergangenheit skeptisch gegenüber.
Viele Wähler, die bei den Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren für ihn und Trump gestimmt hätten, seien verärgert gewesen, schrieb Vance. Er sprach von einer Umfrage, nach der sich enttäuschte Wähler vor allem vier Punkte gewünscht hätten: das Ende des Irankriegs, den Fokus auf Lebenshaltungskosten und Inflation, Amerika an erste Stelle zu setzen sowie einen Wechsel der Beziehungen zu Israel. Mehr Details zu dieser Umfrage nannte er nicht.
Die Demokraten hatten bei den Kongresswahlen einen großen Sieg eingefahren. Die Oppositionspartei konnte Trumps Republikanern die Mehrheit sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus entreißen. Das Wahlergebnis gilt auch als Niederlage für Trump: Die Demokraten können ihm das Regieren in seinen verbleibenden zwei Amtsjahren nun erheblich erschweren.
