Überall erklang irgendwann ihre zarte, diese über alles erhabene, weil so unendlich lässige, ja beinahe schlurfende, unverkennbar kluge Stimme der kanadischen Lyrikerin Anne Carson. Erst durchbrach sie mit ihrer Poesie, ihren Performances, Essays und Anekdoten alle Register in der Subkultur. Dann schlug ihr Essay The Gender of Sound in feministischen, queeren Kreisen ein. Und auf einmal zog ihr Echo ungeahnte Kreise.
Anne Carson wurde in den vergangenen Jahren zum Zentralgestirn der Poesie, der Literatur und aller ihr nahestehenden Künste. Und sie wurde, das ist vielleicht noch wichtiger an diesem Tag, zu einer Stimme, zu der Stimme, die in dieser Gegenwart durch Sprache überhaupt noch zu uns spricht.
