Über drei Jahre nach der Millionenbeute bei einem spektakulären Sparkassen-Einbruch in Strausberg (Kreis Märkisch-Oderland) startet heute ein Zivilprozess (11.00 Uhr). Zwei Schließfachinhaber haben geklagt. Sie legen der Bank zur Last, dass sie keine geeigneten Schutzmaßnahmen gegen Einbruch eingehalten habe, teilte eine Sprecherin des Landgerichts Frankfurt (Oder) mit.
Es geht den Angaben zufolge um einen Streitwert von rund 20.000 Euro und rund 13.000 Euro. Im Verfahren soll geklärt werden, was sich in den geleerten Schließfächern befunden hat. Auch Zeugen sind geladen.
Am Ostermontag durch Wand gebohrt
Am Ostermontag im Jahr 2023 waren Vermummte in die Sparkasse eingebrochen und hatten Bargeld und Wertgegenstände in einem Gesamtwert von mehr als zwölf Millionen Euro erbeutet.
Von einem Nachbarraum aus hatten sie sich laut Staatsanwaltschaft unbemerkt durch die Wand in den Tresorraum gebohrt – über mehrere Stunden mit einem Kernbohrgerät, möglicherweise auch über Nacht und mehrere Tage. Im Tresorraum knackten sie rund 400 Schließfächer von Bankkunden. Aus etwa 300 Fächern, so die Ermittler, nahmen sie den Inhalt mit.
Spuren führten zu Verdächtigem – doch sie reichten nicht
Ein Zeuge hatte damals beobachtet, wie vier Vermummte die Bank am helllichten Tag mit großen Taschen verließen. Sie seien in ein Fluchtauto gestiegen, in dem ein Fahrer gewartet habe. Eine Großfahndung blieb damals erfolglos.
Im vergangenen Jahr hatten Einsatzkräfte einen 23 Jahre alten Tatverdächtigen im Berliner Bezirk Neukölln festgenommen. Gegen ihn hatte es einen Haftbefehl gegeben. Ein Blitzerfoto von der Autobahn kurz nach der Tat war ein Indiz gegen den Mann gewesen. Außerdem eine DNA-Mischspur vom Tatort.
Nach mehreren Monaten in Untersuchungshaft kam der Verdächtige wieder frei. Die Richter in Frankfurt (Oder) hielten die Indizien für nicht ausreichend und ließen die Anklage nicht zu.
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