
Wieder wird eine IT-Gesellschaft innerhalb von Private Equity weitergereicht. Die Beteiligungsgesellschaft Main Capital erwirbt nach Informationen der F.A.Z. mehrheitlich das Unternehmen Raynet aus Paderborn, das IT-Abteilungen und insbesondere Cybersicherheitsteams in Unternehmen beliefert. Die Gesellschaft mit mehr als 170 Mitarbeitern war 2021 mehrheitlich vom Finanzinvestor Pinova erworben worden. Als Zulieferer für die Geschäftswelt ist sie dem Endverbraucher wenig bekannt. Zu den Kunden gehören aber große Namen: nach Angaben aus Finanzkreisen beispielsweise die Beratungsgesellschaft Deloitte, das Telekom-Unternehmen T-Systems, der Medizinkonzern Fresenius und das IT-Unternehmen Bechtle.
Der Unternehmenswert liege im mittleren zweistelligen Millionenbereich, ist in Finanzkreisen zu hören. Main Capital ist in den vergangenen Jahren gemessen an der Zahl der Transaktionen einer der aktivsten Finanzinvestoren in Deutschland. Unter anderen waren die Niederländer durch den Erwerb einer Sparte der Darmstädter Software GmbH, vormals Software AG, aufgefallen. Raynet soll unter der Ägide des neuen Eigentümers internationaler werden und auch Zukäufe tätigen.
KI verunsichert den IT-Markt
Informationstechnologie bleibt einer der Treiber des Geschäfts mit Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A), hat allerdings zuletzt wegen der Unsicherheit rund um Künstliche Intelligenz an Bedeutung eingebüßt. Die Bewertungen in dem Sektor stehen unter Druck, weil sich noch herauskristallisieren muss, wie KI das Geschäftsmodell beeinflusst.
Branchenübergreifend läuft das M&A-Geschäft in diesem Jahr in Deutschland rege. Insgesamt wurden im ersten Dreivierteljahr hiesige Unternehmen für umgerechnet 123 Milliarden Dollar verkauft, wie der internationale Finanzdatenanbieter LSEG berechnet. Das ist schon jetzt mehr als im gesamten Jahr 2025. Entscheidend dafür sind allerdings Großfusionen, denn die Zahl der Transaktionen sank um drei Prozent auf 1329. Dabei kamen die Käufer mehrheitlich – nämlich in 729 Fällen – aus dem Ausland.
In der Vorjahresperiode, also in den ersten Monaten 2025, hatte nach den LSEG-Zahlen der Hochtechnologiesektor noch mehr als jeden vierten Deal beigesteuert, er war damit der weitaus aktivste Sektor. In diesem Jahr steht die Branche knapp hinter der klassischen Industrie und steuerte mit 294 Transaktionen noch gut ein Fünftel zu allen Firmenkäufen in Deutschland bei.
