
Der Diebstahl von fast 2700 Hauskatzen, die überwiegend zum Verzehr verkauft wurden, hat in Vietnam zur Festnahme von zwölf Männern geführt. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, in Ho-Chi-Minh-Stadt und einigen Vororten in der Nacht auf Motorrädern Jagd auf Hauskatzen gemacht zu haben. Sie wurden in mehrere Gruppen aufgeteilt, die in einer Nacht jeweils vier bis zehn Katzen gefangen hätten, berichtete das Onlineportal „Vietnamnews“ am Montag. Unter anderem hätten sie Tiere mit Fischstücken als Köder in Fallen gelockt.
Bei einer Razzia habe die Polizei 50 lebende Katzen, 55 Tierfallen, zwei Waagen und zwei Maschinen zur Entfernung von Tierfell beschlagnahmt. Der Verzehr von Katzen- und Hundefleisch ist in Vietnam legal. Das Fleisch findet sich auf den Speisekarten zahlreicher Restaurants. Händler müssen allerdings Zertifikate über die Herkunft der Tiere vorlegen. Dem Bericht zufolge war die Polizei Hinweisen aus verschiedenen Stadtteilen nachgegangen, in denen Haustiere als vermisst gemeldet worden waren.
Die Ermittlungen hatten ergeben, dass es sich um einen gut organisierten Diebesring handelte. Der Anführer und Hauptbeschuldigte der Gruppe soll auch weitere Katzen aus anderen Quellen erworben und verkauft haben. Die Beschuldigten sind den Berichten nach geständig. Einem Agenturbericht zufolge wird Katzenfleisch in Vietnam für 70.000 Dong pro Kilogramm verkauft. Das sind umgerechnet etwa 2,40 Euro.
Schon im Juni wurden mutmaßliche Katzendiebe festgenommen
Die Polizei rief am Sonntag die Katzenhalter, deren Haustiere verschwunden seien, dazu auf, sich bei ihr zu melden. Bisher seien 13 der 50 beschlagnahmten Katzen an ihre Besitzer zurückgegeben worden, hieß es in den Berichten. Die übrigen seien in ein privates Tierheim gebracht worden. Die Organisation Havepaws veröffentlichte auf ihrer Website ein KI-Tool, mit dem die Besitzer ihre vermissten Tiere schnell identifizieren können.
Bereits im Juni hatte die Polizei in Ho-Chi-Minh-Stadt neun mutmaßliche Katzendiebe verhaftet. Damals waren mehr als 400 lebendige Katzen beschlagnahmt worden sowie 80 tote Katzen, die auf Eis gelagert waren. Damals waren 40 Katzen an ihre Halter zurückgegeben worden. Etwa 100 Tiere seien infolge ihres schlechten Gesundheitszustands gestorben.
