Der Mann, der Brasiliens Präsident werden will, wischt Tränen aus seinen Augen. Es ist Juli 2026. Das Gesicht seines Vaters füllt die Großleinwand beim Parteitag in São Paulo. »Ich wurde eingesperrt und mundtot gemacht«, sagt das Abbild des rechtsextremen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Er bittet die Menge, seinen 45-jährigen Sohn Flávio als Nachfolger zu empfangen: »Fleisch von meinem Fleisch.« Das Publikum lauscht, sichtlich gerührt. Und das, obwohl es gar nicht Bolsonaro selbst ist, der im Video spricht, sondern ein KI‑Avatar. Ein Deepfake, das ihm Gesicht und Stimme leiht.
