Die Bundeswehr bekommt im kommenden Jahr ein eigenes Drohnenregiment. Der Verband werde aus bis zu 600 Männern und Frauen bestehen, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf dem niedersächsischen Truppenübungsplatz Bergen. »Wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen«, sagte der SPD-Politiker. Demnach sollen Reichweiten bis zu 500 Kilometer abgedeckt werden.
Das Regiment werde auch mit neuen Kampfdrohnen, sogenannter Loitering Munition, ausgerüstet, sagte Pistorius. Neben den fliegenden Systemen sollen demnach auch unbemannte Landsysteme eingeführt werden.
Der neue Verband für unbemannte Systeme soll dem Vernehmen nach Teil der 10. Panzerdivision werden. Dazu gehört auch die Panzerbrigade 45, die zum Schutz der Nato-Ostflanke in Litauen stationiert ist.
Heeresinspekteur will schnell mehr Drohnen einsetzen
Die Bundeswehr führt seit einiger Zeit Drohnen in die Truppe ein, auch eine Lehre aus dem Verlauf des Kriegs in der Ukraine. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, hatte im Juni bei einer Militärübung in Litauen angekündigt, er wolle schnell mehr Drohnen und unbemannte Waffensysteme einsetzen. Für die Landstreitkräfte der Bundeswehr habe das Zusammenspiel von Panzertruppen und Einheiten, die Drohnen steuern, »höchste Bedeutung«, sagte er.
Pistorius war zu einem Besuch der Experimentalserie des Heeres auf den Truppenübungsplatz gereist. Die Landstreitkräfte testen dort gemeinsam mit Forschern und Entwicklern neue Ideen und Waffen.
