Im US-Bundesstaat Tennessee ist die geplante Hinrichtung der zum Tode verurteilten Christa Pike mit der Giftspritze gescheitert. Die Gefängnisbehörde teilte mit, dass die 50-Jährige die Vollstreckung der Todesstrafe überlebt habe. Sie sei mit einem Krankenwagen aus dem Hochsicherheitsgefängnis Riverbend in Nashville in ein Krankenhaus gebracht worden. Ihr genauer Zustand ist bisher unklar.
In der Stellungnahme der Gefängnisbehörde hieß es, alle Schritte des rechtlich vorgeschriebenen und genehmigten Ablaufplans seien eingehalten worden. Die für die Giftspritze verwendete Substanz sei in der Vergangenheit »stets wirksam« gewesen. Zu Komplikationen kam es zuletzt aber auch in einem anderen Fall: Im Mai wurde die geplante Hinrichtung eines Mannes in Tennessee abgebrochen, weil keine geeignete Vene für die Giftspritze gefunden werden konnte.
Mit Pike wollte der Bundesstaat Tennessee erstmals seit 200 Jahren wieder ein Todesurteil an einer Frau vollstrecken. Pike war im Januar 1995 im Alter von 18 Jahren an der Ermordung einer 19-jährigen Mitschülerin in Knoxville beteiligt. Zusammen mit ihrem damaligen Freund und einer dritten Person lockte sie das Opfer den Ermittlungen zufolge in ein Waldgebiet, wo es gefoltert und getötet wurde. Die Frau gestand die Tat und wurde 1996 zum Tode verurteilt. Ihr Freund erhielt eine lebenslange Haftstrafe.
Anwälte verweisen auf Kindheitstrauma und psychische Erkrankungen
Nach Angaben der Strafvollzugsbehörde von Tennessee wurde Pike im August 2001 nach einem Angriff auf eine andere Insassin zudem wegen versuchten Mordes verurteilt. In einem Gnadengesuch hatten ihre Anwälte auf schwere Kindheitstraumata, sexuellen Missbrauch und psychische Erkrankungen verwiesen.
Hinrichtungen von Frauen sind in den USA äußerst selten. Seit der Wiederzulassung der Todesstrafe im Jahr 1976 wurden landesweit 1.683 Menschen hingerichtet, darunter 18 Frauen.
