Die diesjährige Hitzewelle in Europa und der schneearme Winter haben den Gletschern in der Schweiz laut einer Studie zugesetzt. Die Gletscher in der Alpenrepublik verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos mitteilte. Damit verzeichnete dieses Jahr den zweitstärksten Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 140 Jahren.
Laut dem Bericht war die schützende Schneedecke auf den Gletschern in diesem Jahr bereits während der Hitzewellen im Juni teilweise verschwunden. Bis September war sie demnach selbst in großen Höhen komplett weggeschmolzen. Juni, Juli und August waren nach Angaben des Schweizer Wetterdienstes die heißesten in der Schweiz seit Beginn der Aufzeichnungen 1864.
Das Volumen der Gletscher in den Alpen geht seit mehr als einem Jahrhundert zurück. In den vergangenen Jahrzehnten beschleunigte sich diese Entwicklung aufgrund der vom Menschen verursachten Erderwärmung. Binnen fünf Jahren verloren die Gletscher dem Bericht zufolge fast ein Fünftel ihrer Masse.
Schweiz hat bessere Ausgangslage als Österreich
Besonders sichtbar wurde der Rückgang laut dem Institut am Gletscher Scex Rouge. Dieser wird laut Glamos-Leiter Matthias Huss nicht überleben. »In zehn oder vielleicht fünfzehn Jahren wird es wahrscheinlich kein Eis mehr geben«, sagte Huss. Er sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem »katastrophalen Jahr« für die Gletscher.
In der Schweiz, wo fast 50 Gipfel auf einer Höhe von über 4.000 Metern liegen, haben die Gletscher zwar bessere Chancen als in Österreich, die immer heißeren Sommer zu überstehen. Dennoch teilte Glamos mit: »Alpengletscher haben unter solchen Bedingungen langfristig keine Überlebenschance.«
Insgesamt hat die Schweiz rund 1.400 Gletscher, von denen das Messnetz regelmäßig 23 vermisst und danach Hochrechnungen macht.
