Immunkrankheiten, Gedächtnisstörungen und Krebs: Das sind die Forschungsfelder der drei Wissenschaftler, denen am Freitag in Frankfurt der Life Sciences Bridge Award überreicht wurde. Der von der Aventis Foundation vergebene Nachwuchspreis ist mit jeweils 100.000 Euro dotiert und soll den jungen Forschern den Weg zu einer unbefristeten Professur erleichtern. Nach Angaben der Aventis Foundation ist er die höchstdotierte deutsche Auszeichnung für Nachwuchsforscher auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften.
Der Molekularbiologe Jonathan Bohlen, 34 Jahre alt, hat schon in seiner Doktorarbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg untersucht, wie die Übersetzung genetischer Informationen in Proteine die Funktion von Immunzellen beeinflusst. Seine Arbeiten könnten neue Ansätze für die Erforschung seltener Immunkrankheiten liefern.

Der 36 Jahre alte habilitierte Neurowissenschaftler Lukas Kunz erforscht an der Klinik und Poliklinik für Epileptologie des Universitätsklinikums Bonn die Funktion des Gedächtnisses. Mithilfe von Epilepsie-Patienten untersucht er, wie Nervenzellen und elektrische Schwingungen im Hippocampus an der Entstehung und dem Abruf von Erinnerungen beteiligt sind. Seine Forschung kann langfristig zu einem besseren Verständnis von Gedächtnisstörungen beitragen.
Der Chemieprofessor Leonhard Möckl, 37 Jahre alt, widmet sich an der Uni Erlangen-Nürnberg und am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen der Glykokalyx, einer Zuckerhülle, die Körperzellen umgibt. Mit hochauflösender Mikroskopie hat er deren Struktur sichtbar gemacht und untersucht, wie sie sich je nach Zelltyp und Zustand verändert – etwa bei Krebs- oder Immunzellen.
„Die drei Preisträger haben in ihrer bisherigen Karriere eindrucksvoll den Mut bewiesen, neue, ungewisse Wege einzuschlagen“, sagte Günther Wess, der Kuratoriumsvorsitzende der Aventis Foundation. Der Life Sciences Bridge Award wird seit 2018 vergeben und soll junge Wissenschaftler dabei unterstützen, eigenständige, auch unkonventionelle Forschungsansätze weiterzuverfolgen.
