Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani hat angesichts der gestiegenen Zahl antisemitischer Übergriffe einen umfangreichen Plan zur Bekämpfung von Antisemitismus in New York City präsentiert. Zu den angekündigten Maßnahmen gehört eine deutliche Aufstockung der Mittel für den Kampf gegen Hasskriminalität von drei auf 29 Millionen US-Dollar jährlich. Zudem soll mehr Geld für den Schutz von Synagogen bereitgestellt und eine Arbeitsgruppe zur Sicherheitsinfrastruktur jüdischer Gotteshäuser wieder eingesetzt werden. Geplant sind auch städtische Informationskampagnen gegen Antisemitismus sowie ein stärkerer Fokus auf jüdische Geschichte im Lehrplan öffentlicher Schulen. Das übergeordnete Ziel der Initiative sei es, »die Geißel des Antisemitismus jetzt und in Zukunft zu konfrontieren«, sagte Mamdani.
Im Januar 2026 lag die Zahl antisemitischer Hassverbrechen nach Angaben der New Yorker Polizei 182 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Mamdani zufolge sind zwölf Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner von New York City Jüdinnen und Juden. Doch diese seien die Opfer von etwa der Hälfte der gemeldeten Hassverbrechen in der Stadt. »Das ist nicht nur inakzeptabel, das ist etwas, das wir alle ändern müssen«, sagte er in einem Video auf Instagram. Jüdinnen und Juden seien angegriffen worden, weil sie eine Kippa oder einen Davidstern trugen, hätten Beschimpfungen auf der Straße erlebt und seien mit Hakenkreuz-Schmierereien konfrontiert worden.
Der Demokrat Mamdani ist der erste muslimische Bürgermeister New Yorks. Er setzt sich seit Langem für Bürgerrechte von Palästinenserinnen und Palästinensern ein. Mamdani wirft der israelischen Regierung einen Völkermord im Gazastreifen vor. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte Mamdani vor wenigen Tagen bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen als »antisemitischen Bürgermeister von New York« bezeichnet. Mamdani hat wiederholt die Verhaftung Netanjahus gefordert, gegen den ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen vorliegt.
