Papst Leo XIV. hat die kürzlich in Frankreich legalisierte Sterbehilfe mit deutlichen Worten kritisiert. »Es ist unmöglich, das Herbeiführen des Todes als normal anzusehen«, sagte der Papst bei einer Begegnung mit kranken und behinderten Menschen im Pilgerort Lourdes. »Nicht alles, was legal ist, ist auch moralisch vertretbar.« Die Medizin dürfe sich niemals zum Gehilfen eines programmierten Todes machen.
»Liebe kranke Brüder und Schwestern, es ist mir wichtig, euch zu sagen: Ihr seid keine Last«, sagte der Papst. Kein menschliches Gesetz dürfe den Kranken die Gewissheit ihrer Würde nehmen. »Es muss der Versuchung widerstanden werden, unter dem Vorwand falschen Mitleids das Leben zu beenden«, sagte das katholische Kirchenoberhaupt.
Papst fordert, Strukturen in der Palliativpflege weiterzuentwickeln
Leo XIV. rief dazu auf, die Strukturen der Palliativpflege weiterzuentwickeln und die Kranken »liebevoll zu begleiten«. Der viertägige Frankreich-Besuch des Papstes steht unter dem Leitspruch »Damit die Welt das Leben habe«. Dies ist auch eine Anspielung auf das von der Kirche kritisierte Sterbehilfe-Gesetz.
In Frankreich haben manche unheilbar Kranke seit August das Recht, sich unter Auflagen beim Suizid helfen zu lassen. Das Sterbehilfe-Gesetz gilt als die größte gesellschaftliche Reform von Präsident Emmanuel Macron. Damit zählt Frankreich zu den wenigen Ländern, in denen Sterbehilfe unter Bedingungen legal ist.
Kritiker warnen, dass Patienten Druck empfinden könnten, ihren Familien oder der Gesellschaft nicht zur Last zu fallen. Befürworter argumentierten dagegen, dass unheilbar kranke Menschen die Möglichkeit haben sollten, selbst zu entscheiden, ihr Leiden zu verkürzen.
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