
„Hey, Nino“ steht auf der bunt eingefärbten Fassade des Mainzer Brückenturms: „Wo ist die Amiri-Statue?“, und „Wo bleibt ein nachhaltig designtes Rheinufer?“. Die Fragen an Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos), die am Donnerstagabend auf eine Hauswand in der Innenstadt projiziert wurden, stammten von Besuchern des zum viertel Mal ausgerichteten Late-Light-Festivals, das nun noch bis Samstag zu erleben ist. Und das die Mainzer City für jeweils drei Stunden, nämlich von 20 bis 23 Uhr, in ein besonderes Licht taucht. Der von Kreativen des Studiengangs Zeitbasierte Medien geschaffene Kulturraum hat 14 sehenswert gestaltete Lichtkunstwerke an elf Schauplätzen zwischen Schillerplatz und Rhein zu bieten. Nur von einem Denkmal für Mittelfeldspieler Nadiem Amiri, das sich manche Anhänger des FSV Mainz 05 wünschen, ist bisher weit und breit nichts zu sehen – noch nicht.
Am Staatstheater, das wie der Osteiner Hof und der Dom auch 2026 wieder als Leinwand für Lichtinstallationen aller Art herhalten muss, ranken sich derweil Arme in den Nachthimmel, deren kraftvoller Tanz um eine Mitte allerdings nicht eben selbsterklärend ist. Ob es am Ende vielleicht etwas mit dem Jubel darüber zu tun haben mag, dass sich die Mainzer Kulturschaffenden seit Freitag „Opernhaus des Jahres“ nennen dürfen?
Mit den Botschaften, die man von den Fassaden in die Stadt hinein senden möchte, tut man sich in diesem Jahr jedenfalls erkennbar schwer. Es geht etwa um Veränderungen, um Chaos und Phantasie, manchmal auch um Lebenswege, jedenfalls oft um Veränderung. Anregend ist das Ganze für den Zuschauer allemal, noch dazu unentgeltlich – und letztlich ja auch dafür gemacht, die Mainzer Innenstadt mit ihren Geschäften und Lokalen an drei Abenden im Jahr zusätzlich zu beleben.
