
Dass sich die beiden Mainzer Ehrenbürger und Biontech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci in ihrer Wahlheimat offenbar immer noch wohlfühlen, hat der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt nun eine weitere Unternehmensgründung beschert. Eine, die noch dazu mit großen Erwartungen verbunden ist. Arife SE heißt die neue Gesellschaft, die das längst weltbekannte Wissenschaftler-Ehepaar mit türkischen Wurzeln im Herzen von Rheinhessen aufbauen will. Zuerst hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet.
Anfang 2026 hatten Şahin und Türeci angekündigt, sich bis zum Jahresende aus dem von ihnen bisher geführten Pharmaunternehmen an der Goldgrube, das während der Corona-Pandemie mit einem Impfstoff gegen Covid-19 wirtschaftlich extrem erfolgreich war, zurückzuziehen, um sich fortan wieder stärker der Grundlagenforschung widmen zu können. Einerseits wollen sie selbst zwar Anteile an Biontech behalten, andererseits aber bestimmte Rechte, mRNA-Technologien und auch Personal mitnehmen und in die neue Firma einbringen. Was nicht zuletzt für Anleger durchaus von Bedeutung sein könnte.
„Die Wissende“ ist neue Mainzerin
In Mainz freut sich der parteilose Oberbürgermeister Nino Haase derweil darüber, dass der Hauptsitz von Arife – der türkisch-arabische Vorname bedeutet so viel wie „Die Wissende“ oder „Die Erkennende“ – ebenfalls am bewährten Biotechnologie-Standort am Rhein liegen soll: voraussichtlich am Philipp-von-Zabern-Platz, der sich in der Nähe des Kronberger Hofs in der Innenstadt befindet. Die neue Aktiengesellschaft soll sich um die nächste Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis kümmern, die etwa bei individualisierten Krebsimmuntherapien zum Einsatz kommen.
Laut „Handelsblatt“ ist vorgesehen, zunächst mit einer dreistelligen Zahl von Mitarbeitern zu starten. Über weitere Details und die Finanzierung des Vorhabens wurde bisher noch nicht allzu viel bekannt. Dass Şahin und Türeci mittlerweile schon ihr drittes Unternehmen in der Stadt an den Start brächten, ist nach Haases Worten „in nicht ganz leichten Zeiten ein starkes Signal für Mainz und den Biotechnologie-Standort Deutschland“.
