In sächsischen Heidenau sollen nach dem Willen der Stadträte von AfD und CDU sogenannte Stolpersteine nicht mehr verlegt werden. In einem fraktionsübergreifenden Beschlussantrag gemeinsam mit dem »Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie« forderten beide Parteien, Stolpersteine »im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich« künftig abzulehnen. Der Stadtrat hat laut einem Bericht der Bild in einer geheimen Entscheidung mit 13 Stimmen für das Verbot gestimmt, bei sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung. Die geheime Abstimmung soll von der AfD beantragt worden sein.
Der Vorstoß wurde damit gerechtfertigt, dass viele Bürger, Angehörige und Initiativen diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen empfinden würden. Stattdessen solle das Gedenken auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so »dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist«.
Die Verwaltung von Heidenau hatte zuvor dazu aufgerufen, die Vorlage abzulehnen. »Das Gedenken sollte auch künftig sichtbar und wahrnehmbar im öffentlichen Raum stattfinden«, teilte diese mit.
In Heidenau gibt es Stolpersteine an zwei Standorten, unter anderem zur Erinnerung an den früheren Heidenauer Bürgermeister Paul Gröger. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Alternative Kultur- und Bildungszentrum Sächsische Schweiz mit Sitz im benachbarten Pirna die Verlegung weiterer Stolpersteine beantragt.
Die Erinnerungsform der Stolpersteine gibt es bereits seit den 90er Jahren. Die in der Regel spendenfinanzierten Pflastersteine mit den Namen der Opfer des Nationalsozialismus werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort der Opfer verlegt.
