
Der Weltfußball erlebt seine Murmeltiertage: Das Grauen, das täglich grüßt, heißt Ballon d’Or. Das war früher ein Preis, der nur als halbwegs heiß wahrgenommen wurde, heute aber die Tiktok-Kicker so gaga macht, als ginge es nicht nur um eine goldene Kugel, sondern um eine Trilliarde neuer Follower.
Manche Medien mischen mit und verleiten Kandidaten unaufhörlich dazu, Wahlkampfparolen rauszuhauen. So hat sich Frankreichs Weltmeisterkapitän Kylian Mbappé nicht entblödet, sich selbst für den „Auserwählten“ der vergangenen Fußballsaison zu halten.
Spaniens Jungstar Lamine Yamal erdreistet sich, den englischen Kollegen Harry Kane als falschen Kandidaten zu bezeichnen. Der Preis sollte „an den besten Spieler der Welt gehen“ und „nicht an einen, der 80 Tore geschossen hat“. Würde Yamals Gedächtnis über vier Jahre reichen, würde er wissen, dass Karim Benzema (2022) und Ousmane Dembélé (2025) weniger wegen toller Tricks, sondern vor allem wegen ihrer Tore und Vorlagen gewählt wurden.
In fünf Wochen, am 26. Oktober, werden die Murmeltiertage vorüber sein. Bis dahin würden wir gerne die Decke über den Kopf ziehen. Um am Morgen danach zu merken, dass Mbappé und Yamal Gelb wegen Meckerns gesehen haben und Kane auch die goldene Kugel versenkt hat.
