Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 38/2026.
Man wusste es erst, wenn man die Beere schon im Mund hatte: Ist es eine von denen, die saftig auf der Zunge platzen, fruchtig-süß? Oder eine der geschmacklosen, leicht matschigen? Früher, in den 1990er-Jahren noch, hat man sich die Waldheidelbeeren im Juli oder August direkt vom Strauch in den Mund gesteckt, immer mit ein bisschen Angst vorm Fuchsbandwurm. Und mit ein bisschen Glück war immer mal wieder eine schön feste dabei.
Heute ist die Heidelbeere in den Supermärkten überall und jederzeit zu haben, in verbesserter Form. Das perfekte Platzen, auch »Pop« genannt, ist das Ergebnis jahrzehntelanger, millionenschwerer Zuchtprogramme, die den physikalischen Widerstand der Außenhaut optimiert haben. Forscher haben an Größe und Farbe gefeilt. Dafür gesorgt, dass die Beere besonders süß ist. Sie auch in unwirtlichen Regionen wächst. Und das ganze Jahr über erhältlich ist.
