
Warum nicht in die Ferne schweifen? Für den börsennotierten Mutterkonzern der Art-Basel-Kunstmessen macht sich die eigene Expansionsstrategie zum vierten Mal in Folge bezahlt. Zum Umsatzplus, das die MCH-Gruppe für das erste Halbjahr ausweist, hat nach Konzernangaben die Art Basel Qatar kräftig beitragen, die im Februar Premiere feierte – vor der militärischen Eskalation zwischen den USA mit Israel und Iran. Entsprechend positiv schlug das kulturökonomische Wachstumspotential der Region zu Buche, das nun anhaltenden Unwägbarkeiten ausgesetzt ist.
Doch MCH machte nicht nur in einer Weltgegend gute Geschäfte. Messen rund um Baustoffe und Elektronik in den USA und der Schweiz verliefen offenbar positiv, die Art Basel in Hongkong ebenso. Zusammengekommen ist in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres den Angaben der Gruppe zufolge ein Betriebsertrag von 248,8 Millionen Franken, was einem Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Den Reingewinn bezifferte der Konzern, dessen Ankeraktionäre Rupert Murdochs Lupa Investments sowie die Stadt Basel und der Kanton Basel-Landschaft sind, mit satten 18,6 Millionen Franken gegenüber 5,3 Millionen im ersten Semester 2025.
Wie genau etwa die einzelnen Art-Basel-Messen im Vergleich untereinander finanziell abschneiden, bleibt Unternehmensgeheimnis. Offen zutage liegt dagegen, wo MCH Chancen für die Zukunft sieht: im international zuletzt wieder stabilisierten Kunstmarkt in Wachstumsregionen wie dem Nahen Osten, im Luxusgeschäft mit Uhren und Schmuck in Form einer 2027 startenden neuen Baseler Messe für dieses Segment, sieben Jahre nach dem Aus der Uhrenmesse Basel World. Darüber hinaus zeigt die Gruppe Engagement in der Gesundheits-, Pharma- und Eventbranche. In Miami beteiligt sie sich etwa an einem Festival für Kunst, Musik und Kultur. Grund zu feiern hat sie im Moment ja genug.
