
Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und andere Vergehen werden sechs Beschuldigten vorgeworfen, die mit ihren Unternehmen für die Plattformen Uber und Bolt Fahrten übernommen haben. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Donnerstag mitteilte, war schon seit Ende 2023 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der besonders schweren illegalen Beschäftigung, der besonders schweren Steuerhinterziehung und der gewerbs- und bandenmäßigen Urkundenfälschung geführt worden.
Den fünf männlichen Angeschuldigten im Alter zwischen 32 und 37 Jahren, die die deutsche beziehungsweise türkische Staatsangehörigkeit haben, und einer 34 Jahre alten weiblichen vietnamesischen Angeschuldigten wird zur Last gelegt, in der Zeit vom 12. Februar 2022 bis zum 15. Januar 2025 für über die Plattformen vermittelte Fahrten fast ausschließlich Mitarbeiter eingesetzt zu haben, die nicht zur Sozialversicherung gemeldet waren. Zudem wird den Angeschuldigten, die nach einer Razzia im Januar 2025 festgenommen wurden, vorgeworfen, eine Vielzahl der beschäftigten Fahrer mit gefälschten Personenbeförderungsscheinen ausgestattet und die für die Fahrten angefallene Umsatzsteuer nicht abgeführt zu haben. Darüber hinaus besteht nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks der Verdacht, dass bis zu 170 der Fahrer zusätzlich Sozialleistungen erschlichen haben.
Insgesamt umfasst die Anklage 719 Taten. Die der Gruppe im Zuge der illegalen Beschäftigung und der besonders schweren Steuerhinterziehung zur Last gelegte Gesamtschadensumme liegt nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei circa 3,4 Millionen Euro. Die zwei männlichen, 36 und 37 Jahre alten Hauptangeschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft. Die wurde nach Darstellung der Staatsanwaltschaft zwischenzeitlich beantragt, da sich die Tatvorwürfe im Zuge der Ermittlungen ausgeweitet hatten und Fluchtgefahr besteht. Das Landgericht Frankfurt am Main wird nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.
