
Der Lastwagenfahrer fällt uns auf der linken Spur oder in den Klatschspalten auf. Letzteres staunend, wenn Musikstar Taylor Swift nach ihrer Tour all ihren fünfzig Truck-Drivern 100.000 Dollar Bonus zahlt, jedem einzelnen wohlgemerkt. Ersteres jeden Tag, was gerade auf zweispurigen Autobahnen zum Anstieg des Blutdrucks führen kann, wenn sich ein Elefantenrennen mit 3 km/h Geschwindigkeitsdifferenz über eine gefühlte Ewigkeit ausbremsend hinzieht.
Gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr ist kein Selbstläufer, die Aggressivität nehme eher zu als ab, wird konstatiert, da kann sich ein jeder an die eigene Nase fassen. Dass aus Gründen des Verkehrsflusses und aus solchen, die mit Klimaschutz zu tun haben, mehr Güter auf die Bahn gehörten, ist eine Weisheit, die seit Jahrzehnten formuliert wird. Allein, die Bahn bekommt es nicht hin. Und die letzten Kilometer zum Supermarkt fährt noch jedes Shampoo oder Bierchen mit dem Nutzfahrzeug.
Auf der am heutigen Dienstag in Hannover startenden IAA Transportion werden wieder viele gute Lösungen zu bestaunen sein, wie die Zukunft mit dem Nutzfahrzeug gestaltet werden kann. Die Leistungsschau wirft ein Schlaglicht auf eine Branche zwischen Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsdruck, das Nutzfahrzeug gilt traditionell als Frühindikator für die Wirtschaftslage. Um die ist es bekanntlich mittelgut bestellt.
Natürlich wird in Hannover über Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Sicherheit gesprochen. Am Ende aber bleibt doch vieles, wie es war und ist. Auf den Menschen am Steuer kommt es an. Und ohne Nutzfahrzeug läuft nichts. Je nach Zählung entfallen 70 bis 80 Prozent des Transportaufkommens in Deutschland auf den Straßengüterverkehr. 231 Millionen Lastfahrten im Jahr zählt der Verband VDA. Die zurückgelegten Kilometer entsprechen 1400 Erdumrundungen je Tag. Es steckt halt viel (Wirtschafts-)kraft im Lastkraftwagen.
