
Der Begriff des „Silver Tsunami“ klingt nach einer Urgewalt, der sich die Immobilienmärkte kaum entziehen können. Dahinter steckt die Vorstellung, dass die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegszeit in Rente gehen und in so nennenswerter Anzahl ihre Eigenheime verkaufen, dass die Immobilienpreise rasch sinken. Wer nach einem günstigen Haus Ausschau hält, müsste nach dieser Idee nur noch eine Weile warten, um ein Schnäppchen zu machen.
Doch Vorsicht: Wohin sollten ältere Hausverkäufer ziehen? Nur wer in Rente geht, zieht selten schnurstracks weiter ins Altenheim. Die Menschen werden älter und bleiben oft länger fit. Viele wollen in der vertrauten Umgebung bleiben und auch in den eigenen vier Wänden gepflegt werden, sofern möglich.
Sicher werden auch ältere Eigentümer und deren Nachkommen Immobilien verkaufen. Für die Preisentwicklung kommt es allerdings auf die Zahl der Interessenten und deren Zahlungsbereitschaft an. In den wirtschaftsstarken Städten dürfte die Nachfrage hoch bleiben, im ländlichen Raum weniger.
Deutliche Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Regionen Deutschlands können sich verstärken. Dieser Trend ist jedoch schon länger zu beobachten. Die Alterung der Gesellschaft ist ein Faktor für die Immobilienmärkte, aber dominiert bislang das Geschehen nicht. Das Vertrauen auf bessere Kaufzeitpunkte kann in Zeiten steigender Immobilienpreise in den städtischen Regionen leicht nach hinten losgehen.
