
Die Stiftung Humboldt Forum soll die bislang vom Land Berlin genutzten Flächen im rekonstruierten Berliner Schloss übernehmen. Das geht aus dem neuen Hauptstadtfinanzierungsvertrag hervor, den die Bundesregierung und das Land Berlin am Dienstag unterzeichnet haben.
Der Hauptstadtfinanzierungsvertrag wird seit 2007 alle zehn Jahre erneuert. Er regelt das finanzielle Engagement des Bundes für Sicherheit und Kultur in der Bundeshauptstadt. Für beides stellt der Bund ab 2028 rund 5 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon entfallen 2,9 Milliarden auf die Kultur in Berlin.
225 Millionen für die Sanierung der Philharmonie
Zu den neuen Regelungen des Vertrages gehört eine Beteiligung des Bundes an der für 2032 anstehenden Sanierung der Berliner Philharmonie. Dafür stellt die Bundesregierung einen Festbetrag von 225 Millionen Euro zur Verfügung. Die Berliner Philharmoniker selbst erhalten künftig 11,5 Millionen Euro Bundeszuschuss pro Jahr. Bei der Opernstiftung und der Barenboim-Said-Akademie erhöht der Bund seine Förderung stufenweise auf 14 Millionen Euro jährlich. Zudem beteiligt er sich an den Betriebskosten sowohl des Bauhaus-Archivs als auch des Erinnerungsorts Checkpoint Charlie.
In Zukunft wird auch ein Vertreter der Bundesregierung im Stiftungsrat der Opernstiftung sitzen. „Bundesweit relevante Exzellenzprojekte“ und entsprechende Einrichtungen besonders im Museums- und Musikbereich sollen mit bis zu 12,2 Millionen Euro bezuschusst werden. Das Berliner Literaturfestival und der Sonderausstellungsbetrieb im Gropiusbau werden zudem in die Zuständigkeit der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) überführt.
Der vom Land Berlin genutzte Bereich im Humboldt-Forum wird seit der Eröffnung im Jahr 2021 von der Stiftung Stadtmuseum mit der Ausstellung „Berlin global“ bespielt. Anfang 2028 soll die Präsentation abgeräumt und für einen Umzug ins sanierte historische Marinehaus vorbereitet werden. Damit werden viertausend Quadratmeter Ausstellungsfläche frei. Sie sollen an die Stiftung Humboldt Forum übergehen, die als Bauherrin, Eigentümerin und Betreiberin des Gebäudes fungiert.
Über die künftige Nutzung der frei werdenden Bereiche ist noch nicht entschieden. Die Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Marion Ackermann, hat mehrfach öffentlich erklärt, dass sie das Museum Europäischer Kulturen (MEK) in Berlin-Dahlem zusätzlich zum Ethnologischen Museum und zum Museum für Asiatische Kunst im Humboldt-Forum unterbringen will.
