
Selenskyj entlässt Generalstaatsanwalt wegen Korruptionsvorwürfen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko nach Korruptionsvorwürfen entlassen. Bei Krawtschenko bleibe „nur ein Ausweg: die Entlassung“, erklärte Selenskyj am Montag im Onlinedienst Telegram. Der Generalstaatsanwalt hatte bereits vergangene Woche seinen Rücktritt angekündigt, nachdem Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit betrügerischen Callcentern bekanntgeworden waren.
Krawtschenko, der die Vorwürfe in seiner Rücktrittserklärung als „durch nichts belegt“ bezeichnet hatte, erklärte auf Telegram, er befinde sich inzwischen im Ausland. Er wolle die internationalen Partner der Ukraine über „die tatsächliche Lage innerhalb der Antikorruptionsbehörden“ sowie über „Anzeichen einer unkontrollierten Konzentration von Einfluss durch sie“ informieren. Zugleich gab Krawtschenko bekannt, Strafanzeige gegen den Direktor der ukrainischen Antikorruptionsbehörde Nabu, Semjon Krywonos, gestellt zu haben. Der Generalstaatsanwalt warf Krywonos vor, „amtliche Dokumente gefälscht“ zu haben.
Nach Schätzungen der Schweizer Organisation Global Initiative Against Transnational Organized Crime beschäftigen illegale Callcenter in der Ukraine fast 60.000 Menschen und erwirtschaften im Monat bis zu eine Milliarde Dollar (860 Millionen Euro).
