
Es gibt Menschen, sogenannte Promis, für die Journalisten die journalistische Gattung „Was macht eigentlich ..?“ erfunden haben. Darin wird die Öffentlichkeit meist in ihrem Glauben bestärkt, den Was-macht-eigentlich-Promi vollkommen zu Recht vergessen zu haben. Und dann gibt es Bernie Ecclestone.
Der Mann ist 95, seit mittlerweile neun Jahren raus aus der Formel 1: die klassische Was-macht-eigentlich-Steilvorlage. Aber vergessen? Nicht mit Ecclestone. Schlagzeilen produzierte er schon als Formel-1-Chef selbst. Ein Lob für Adolf Hitler hier, zum Beispiel, und ein Lob für Wladimir Putin dort.
Vater mit 89
Wer da eins und eins zusammenzählt, könnte zum Schluss kommen, dass die Chancen auf ein Rennen in Oschersleben plötzlich gar nicht schlecht stünden, wenn Ecclestone noch was zu sagen hätte in der Formel 1.
Hat er nicht. Aber wer könnte ihn vergessen? 2020: Vater mit 89. 2022: Festnahme in Brasilien, wegen des Mitführens einer nichtregistrierten Pistole. 2023: Steuernachzahlung in Großbritannien, 652,5 Millionen Pfund (rund 750 Millionen Euro), 17 Monate auf Bewährung.
Diese Woche: Schrotflinte im Privatflieger nach Portugal, aber keine Papiere, also: Schrotflinte in Portugal beschlagnahmt. Mit der Flinte sei er schon in der Schweiz gewesen, sagte Ecclestone hinterher, aber in der Schweiz sei das kein Problem. Da sei er den Flughafenbeamten gut bekannt. Das ist sie, die Altersvorsorge des Bernie Ecclestone.
