Die internationale Presse hat geteilt auf den zweiten Grand-Slam-Titel von Alexander Zverev bei den US Open reagiert. Viele Medien erkennen Zverevs Leistungen an, einige sehnen die baldige Rückkehr von Jannik Sinner und Carlos Alcaraz in voller Fitness herbei.
Die New York Times schreibt: »Alexander Zverev machte am Sonntag bei den US Open die Hoffnungen von Ben Shelton zunichte, Geschichte im amerikanischen Herrentennis zu schreiben. Der an Nummer eins gesetzte Deutsche nahm Shelton gleich im ersten Spiel des Finals den Aufschlag ab und fand anschließend in einen Rhythmus, der bei diesem Duell bisweilen so mühelos wirkte, als würde er es im Schlaf bestreiten.«
Der britische Guardian zufolge bildete das Match »einen passenden Abschluss für eine triste Grand-Slam-Saison auf der ATP-Tour, die von den Verletzungen und körperlichen Problemen von Carlos Alcaraz – der bei diesem Turnier nach langer Verletzungspause zurückkehrte – und Jannik Sinner geprägt war«. Zverev sei für seine Konstanz und seine Fähigkeit belohnt worden, sich bei den großen Turnieren immer wieder in »aussichtsreiche Positionen zu bringen«. Jeder Sieg habe ihn »mental sichtlich gestärkt«.
Der »König von New York«
»Zverev krönt ein Jahr des Umbruchs mit dem Triumph bei den US Open«, schreibt die BBC. »Zu Saisonbeginn war fraglich, ob der 29-jährige Zverev jemals einen der prestigeträchtigsten Titel des Sports gewinnen würde«, heißt es weiter. Nun feiere er »seinen Status als mehrmaliger Grand-Slam-Sieger im Einzel, nachdem Verletzungen von Jannik Sinner und Carlos Alcaraz den Weg zum Triumph teilweise geebnet hatten«.
The Sun zufolge wurde Zverev »seiner Rolle als ›Bösewicht‹ des Tennis – zumindest in den Augen des Publikums im Arthur-Ashe-Stadion – vollauf gerecht, als er sich erstmals zum ›König von New York‹ krönte«.
Der »beste Spieler der Generation der Neunzigerjahre«
Auch L’Equipe in Frankreich nennt Zverev einen »neuen König in New York«. Jahrelang sei er diesem Ziel hinterhergejagt – und nun habe er innerhalb von drei Monaten gleich zweimal das geschafft, was ihm zuvor als unerreichbar fern erschienen war.
Die italienische Gazzetta dello Sport schreibt: »Er, der schon mit 20 als künftiger Champion galt, hatte sich – trotz zahlreicher Titelgewinne – den Ruf eines ›Edelverlierers‹ eingehandelt. Schuld daran war die Null in der Grand-Slam-Bilanz – ein Makel, den er in diesem Jahr mehr als wettmachte.«
»Zverev bringt New York zum Schweigen und fordert einen Platz in der Tennisgeschichte«, berichtet Marca in Spanien. As nennt Zverev den »besten Spieler der Generation der Neunzigerjahre«. Er habe im Tennis »seinen großen Moment erlebt«. Der 29-jährige Deutsche habe es verstanden, »die Erfolgswelle zu nutzen und sich gegen die übrigen Anwärter durchzusetzen«.
