Bei der Kommunalwahl in Niedersachsen ist die CDU stärkste Kraft geworden. Der Berechnung des Instituts Infratest dimap für den NDR zufolge verschlechterte sich die CDU im Vergleich zu den Kommunalwahlen 2021 von 31,7 auf 27,7 Prozent. Die CDU lag damit vor der SPD mit 24,5 Prozent und der drittplatzierten AfD, die bei 16,5 Prozent gesehen wurde. Die Grünen folgten mit 13,6 Prozent. Die Linke lag laut der Hochrechnung bei 5,9 Prozent und die FDP bei 3,6 Prozent.
Die Hochrechnung berücksichtigt die Ergebnisse der Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten, der Kreistagswahlen in den Landkreisen sowie der Wahl der Regionsversammlung in der Region Hannover. Mit einem landesweiten Ergebnis, das Aufschluss über die Stärke der Parteien zulässt, rechnete die Wahlleitung erst am frühen Montag.
CDU-Landeschef Sebastian Lechner sprach von einem Wahlerfolg für die CDU unter schwierigen Bedingungen. »Der Unmut über Berlin war im Wahlkampf deutlich zu spüren«, sagte er. Traditionell ist die CDU in Niedersachsen die stärkste Partei. SPD-Landesvorsitzender und Ministerpräsident Olaf Lies bezeichnete das Ergebnis am Abend als schwierig für seine Partei: »Da haben wir uns alle mehr erhofft.«
Laut der Hochrechnung verloren CDU, SPD, Grüne und FDP verglichen mit der Kommunalwahl vor fünf Jahren zwischen 2,3 und 5,5 Prozentpunkte. Die AfD gewann dagegen deutlich fast zwölf Prozentpunkte dazu, die Linke legte um etwa drei Prozentpunkte zu. 2021 war die CDU stärkste Kraft knapp vor der SPD geworden, die Grünen folgten auf dem dritten Platz.
Stichwahlen in mehreren Städten erwartet
In Niedersachsen waren rund 6,3 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl von fast 2.200 Kommunalparlamenten sowie zur Direktwahl von rund 400 Landräten, Oberbürgermeistern und Bürgermeistern aufgerufen. Bei der Wahl gaben mehr Menschen ihre Stimme ab als noch vor fünf Jahren. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlleitung am späten Sonntagnachmittag bei rund 50 Prozent.
Noch nicht beendet war am späten Sonntagabend unter anderem die Auszählung der Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt Hannover, wo sich Rathauschef Belit Onay (Grüne) um eine zweite Amtszeit bewirbt. Nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Stimmen lag der amtierende Oberbürgermeister Belit Onay deutlich vor seinem SPD-Herausforderer Axel von der Ohe. Keiner der beiden erreichte jedoch eine absolute Mehrheit. Die Stichwahl ist für den 27. September 2026 angesetzt.
In Braunschweig, der nach Hannover zweitgrößten Stadt Niedersachsens, lag Amtsinhaber Thomas Kornblum (SPD) mit 43,3 Prozent weit vor dem zweitplatzierten CDU-Kandidaten Maximilian Pohler mit 17,2 Prozent. Auch er verpasste aber eine absolute Mehrheit und muss am 27. September in eine Stichwahl gegen Pohler. Bei der Bürgermeisterwahl in Stade kommt es ebenfalls in zwei Wochen zur Stichwahl. Dort erreichte Kai Koeser (SPD) 34,6 Prozent der Stimmen, Arne Kramer (CDU) erhielt 33,1 Prozent.
Fest steht unterdessen, dass das Rathaus in Wolfsburg CDU-geführt bleibt. Amtsinhaber Dennis Weilmann (CDU) holte bei der Oberbürgermeisterwahl mit 50,1 Prozent die absolute Mehrheit. Carsten Schneider von der SPD kam auf 15,5 Prozent und lag damit vor Thomas Schick von der AfD mit 14,1 Prozent.
