Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 37/2026.
Wo steckt er bloß? Hier müsste er doch irgendwo sein, am Portland Place, Ecke Langham Street, in London. Ist er das dort oben, auf der Terrasse des BBC-Rundfunkhauses? Dieses Männchen, das sich über das Geländer beugt wie über die Reling eines Dampfers? Passen würde das sehr gut: der Schriftsteller, der das Treiben der Welt überblickt und doch mitten in ihr ist.
Der Essayist David Sedaris ist einer jener Menschen, die man schon hundertmal gesehen haben kann – jüngst vor allem in Late-Night-Shows, gerade hat er sein zwanzigstes Buch veröffentlicht –, die man aus der Erinnerung heraus jedoch nur schwer nachzeichnen könnte; ein bisschen wie bei Thomas de Maizière oder Rolf Zuckowski. Ist er das da drüben? Der schmächtige Mann, der gerade durch die Pforte geht? Oder – Panik – war er der ältere Herr, der eben an einem vorbeigestreift ist?
