
Die CDU schmollt. Und das liegt diesmal nicht an Friedrich Merz, sondern an Manuela Schwesig. Die erlaubt sich aus Sicht von CDU-Generalsekretärin Hoppermann etwas geradezu Unerhörtes: Sie erdreistet sich, in Mecklenburg-Vorpommern mit einem „personalisierten Wahlkampf die CDU kleinzuhalten“. Dieser Versuch schwäche die politische Mitte und helfe am Ende der AfD, klagte Hoppermann. Von der CDU in Mecklenburg-Vorpommern war am Wochenende ähnliches Selbstmitleid zu hören.
Die CDU würde es nicht anders machen
Tatsächlich aber schwächt solche christdemokratische Weinerlichkeit die politische Mitte weitaus mehr als Schwesigs Wahlkampf. Hoppermanns Vorwurf kommt einer Kapitulation gleich: Ihre Partei weiß sich offenbar nicht mehr anders zu helfen, als den Sozialdemokraten den Schwarzen Peter zuzuschieben.
Dabei ist der zugrundeliegende Befund nicht falsch. Schwesig führt unübersehbar einen Wahlkampf, der ganz auf ihre Person zugeschnitten ist. Aber wer wollte ihr das verübeln bei den desolaten Umfragewerten ihrer Partei jenseits ihres Bundeslandes? Es lässt sich zudem nicht leugnen, dass sie beachtlichen Erfolg damit hat. Die CDU würde es kaum anders machen, wenn sie denn ein Zugpferd wie Schwesig in ihren Reihen aufbieten könnte.
Und auch das stimmt: Bei Schwesig ist eine gehörige Portion Populismus im Spiel. Aber Beleidigtsein hilft nicht gegen in Ostalgie getauchte Rentenluftschlösser und Russland-Verharmlosung. Engagierter Wahlkampf sieht anders aus. In der Schmollecke kommt die CDU nicht wieder auf die Beine. Sollte sie in Mecklenburg-Vorpommern am nächsten Sonntag an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, steht die Schuldige jedenfalls schon fest: Manuela Schwesig. Damit hätte sie dann zumindest einem Christdemokraten doch noch einen Gefallen getan: Friedrich Merz.
