Jelena Rybakina hat zum ersten Mal die US Open gewonnen. Die Kasachin besiegte im Finale der derzeit weltbesten Tennisspielerinnen die Belarussin Aryna Sabalenka mit 6:4, 5:7, 6:2. Damit löst die 27-Jährige ihre Kontrahentin nun nach 99 Wochen an der Spitze der Weltrangliste ab.
Rybakina, die ihren dritten Grand-Slam-Erfolg nach Wimbledon 2022 und den diesjährigen Australian Open perfekt machte, kann sich zusätzlich über ein Rekordpreisgeld von 5,5 Millionen Dollar (rund 4,7 Millionen Euro) freuen.
»Es ist schwierig, Worte zu finden«, sagte die 27-Jährige überwältigt. »Ich bin die vergangenen zehn Jahre hierhergekommen und war nie erfolgreich, nicht mal knapp dran. Es ist einfach unglaublich.«
Vor den Augen zahlreicher Prominenter – darunter Schauspieler Brad Pitt, Sängerin Pink und Unternehmerin Paris Hilton – machte die bisherige Weltranglistenerste Sabalenka zu viele unnötige Fehler. Sie verpasste damit ihren erhofften dritten US-Open-Titel in Serie. Auch die Unterstützung des niederländischen Eisschnelllaufstars Jutta Leerdam und US‑Influencers Jake Paul bei ihrem Anhang auf der Tribüne half nichts.
»Ich bin natürlich enttäuscht, aber ich möchte dir zu einem unglaublichen Jahr gratulieren«, sagte Sabalenka unter Tränen an Rybakina gerichtet.
Für Rybakina ist es der dritte Grand-Slam-Titel ihrer Karriere
Rybakina hatte sich schon im Finale der Australian Open zu Beginn der Tennissaison durchsetzen können. Für die gewohnt stoisch auftretende Kasachin ist es der dritte Grand-Slam-Titel ihrer Karriere.
Vorab hatte ihre Kontrahentin Sabalenka bei den US Open ein »physisch und mental schwieriges Match« erwartet. Und tatsächlich setzten die beiden Frauen von Beginn an auf ihr bewährtes Power-Tennis.
Rybakina erarbeitete sich die ersten zwei Breakchancen, Sabalenka wehrte sie ab und feierte dies mit einem lauten »let’s go«. Insgesamt aber leistete sich die Belarussin zu viele Ungenauigkeiten. Mit einem Doppelfehler gab sie das erste Mal ihren Aufschlag zum 2:3 ab, drosch den Ball frustriert auf die Tribüne und kassierte dafür eine Verwarnung.
Auch Rybakina war zeitweise die Nervosität anzumerken. Nach 44 Minuten sicherte sich die Kasachin jedoch den ersten Satz, obwohl sie nur 27 Prozent ihrer ersten Aufschläge ins Feld brachte. Sabalenka stapfte missmutig mit ihrer Tennistasche geschultert in die Kabine, Rybakina unterhielt sich länger mit ihrem Trainerteam.
Sabalenka wirkte oft frustriert
Sabalenka versteckte ihren Kopf während einer Pause zeitweise unter einem weißen Handtuch – die Abschottung im lärmenden Arthur Ashe Stadium schien zu helfen. Die Schläge der Belarussin gewannen an Präzision, insgesamt spielte sie nun variabler, zeigte mehrfach erfolgreiche Stopps. Auf der Tribüne applaudierten auch die Superstars wie Pitt bei spektakulären Punkten begeistert.
Beim Stand von 5:4 verspielte Sabalenka zwei Satzbälle. Eine gute Viertelstunde später machte sie es besser, holte sich den zweiten Durchgang mit einer krachenden Rückhand beim Return.
Doch Rybakina zeigte sich unbeeindruckt, schaffte das frühe Break. Sabalenka fing bei Punktgewinnen ihrer Gegnerin wieder an zu lamentieren, war mit sich selbst beschäftigt. Beide Spielerinnen wirkten körperlich leicht angeschlagen, Rybakina zog weiter davon und machte den Triumph mit einem Ass perfekt.
