CSU-Chef Markus Söder hat auf eine Frage der Bild-Zeitung den »Sturz« von Bundeskanzler Friedrich Merz durch seine Partei ausgeschlossen. Zuletzt gab es zunehmend Kritik am Bundeskanzler, auch von Unionspolitikern. »Für die CDU bin ich nicht zuständig, da bin ich nicht der Vorsitzende. Aber für die CSU kann ich das sagen«, fügte Söder hinzu.
Er versicherte, Merz sei weiterhin der Richtige, um die Regierung zu führen. Die Union tue gut daran, zusammenzustehen und sich »jetzt nicht durch die AfD auseinanderbringen zu lassen«, sagte Söder. Bei der Schwesterpartei sehe er aktuell »einen schweren Durchhänger, vielleicht de[n] schwerste[n], den man sich vorstellen kann.« Das sei jedoch kein Grund zum Aufgeben.
Wenn man Merz ersetzen würde, stünde sein Nachfolger mit den gleichen Problemen da, sagte Söder weiter – und nannte eine »SPD, die sich mit Reformen schwertut«. Er hoffe, dass die Bundesregierung bis 2029 halten werde.
In den vergangenen Jahren hatte Söder wiederholt mitgeteilt, dass er sich das Amt des Bundeskanzlers
vorstellen könne. Dem Handelsblatt antwortete er im Juli auf die Frage, ob er noch einmal als
Kanzlerkandidat zur Verfügung stehe, das Kapitel sei abgeschlossen: »Die Frage stellt sich heute
nicht – und sie wird sich auch in Zukunft nicht mehr stellen.« Dennoch wird Söder in deutschen Medien aktuell vereinzelt mit
einer möglichen Merz-Nachfolge in Verbindung gebracht – genauso
wie Hendrik Wüst (CDU), der Ministerpräsident von
Nordrhein-Westfalen.
