
César Vallejo: „Paris, Oktober 1936“
Von all dem bin ich der einzige, der geht,
von dieser Bank geh ich, von diesen Hosen,
von meiner Position, von meinen Posen,
von meiner Nummer, zerschlitzt und ganz verweht,
von all dem bin ich der einzige, der geht.
Von den Champs Élysées, oder zurück
in die seltsame Gasse namens Mond
wandert mein Tod, die Wiege ist schon fort,
umringt von Leuten, allein, als loses Stück
kehrt meine Menschenähnlichkeit zurück
und schickt die eigenen Schatten an ihren Ort.
Von allem lös ich mich, denn aller Kram
verbleibt mir ganz und gar fürs Alibi:
mein Schuh, die Ösen, auch der Straßenschlamm
und noch der Knick am Ellenbogen dann
von meinem Hemd, geknöpft mit Akribie.
Aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason
París, octubre 1936
De todo esto yo soy el único que parte.
De este banco me voy, de mis calzones,
de mi gran situación, de mis acciones,
de mi número hendido parte a parte,
de todo esto yo soy el único que parte.
De los Campos Elíseos o al dar vuelta
la extraña callejuela de la Luna,
mi defunción se va, parte mi cuna,
y, rodeada de gente, sola, suelta,
mi semejanza humana dase vuelta
y despacha sus sombras una a una.
Y me alejo de todo, porque todo
se queda para hacer la coartada:
mi zapato, su ojal, también su lodo
y hasta el doblez del codo
de mi propia camisa abotonada.
César Vallejo: „Menschliche Gedichte. Poemas humanos“. Zweisprachige Ausgabe. Aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason. Rimbaud Verlag, Aachen 1998. Vergriffen.
Von Ralph Dutli ist zuletzt erschienen: „Holundertraum. Gedichte und Übertragungen aus sieben Sprachen und zweitausend Jahren. Gelesen vom Autor, mit einem Essay über Stimme und Ohr“. Wallstein Verlag, Göttingen 2026. 184 S., geb., 24,- €.
Redaktion Hubert Spiegel
Gedichtlesung Thomas Huber
