Alexander Zverev ist bei den US Open ins Endspiel gestürmt und hat damit die Chance auf seinen zweiten Grand-Slam-Triumph. Der French-Open-Sieger bezwang im Halbfinale den russischen Außenseiter Karen Chatschanow mit 6:3, 7:6 (9:7), 7:6 (8:6). Er kann nun als erster Deutscher seit Boris Becker 1989 den Titel von New York im Männer-Einzel holen.
»Manchmal laufen die Dinge in deine Richtung. Ich war so oft so nah dran. Vielleicht hat Gott gesagt, dieses Jahr wird dein Jahr, hab einfach Spaß auf dem Platz«, sagte Zverev über seine Saison mit dem dritten Grand-Slam-Finale.
Auf den Hamburger wartet nun im Endspiel am Sonntag der Sieger des US-Duells zwischen Ben Shelton und Frances Tiafoe. Gegen beide weist der Tokio-Olympiasieger sehr gute Erfolgsbilanzen auf, allerdings wird er auch gegen die US-Fans anspielen müssen. Erstmals im Turnier war Zverev nicht nach Einbruch der Dunkelheit gefordert, sondern bereits am Nachmittag. Für Zverev kann der Wechsel in einen frühen Rhythmus auch ein Vorteil sein, da auch das Finale bereits um 14 Uhr Ortszeit (20 Uhr MESZ) beginnt.
Viertes Match in Folge ohne Satzverlust
Die Halbfinals standen zunächst im Zeichen des Gedenkens an 9/11. Das Datum war auf den Hardcourt im Arthur Ashe Stadium geprägt, Zuschauer weinten während der Nationalhymne. Dann gehörte der Court in New York den Spielern, die sich seit der Juniorenzeit kennen. Chatschanow, als Nummer 50 der Welt ins Turnier gestartet, sei ein »harter Arbeiter«, so Zverev. Der Hamburger blieb aber im vierten Match in Folge erneut ohne Satzverlust, auch wenn der frühere Top-20-Spieler Chatschanow zeitweise ebenbürtig agierte und beide im zweiten Durchgang teils mitreißende Ballwechsel zeigten.
Durch das Erreichen des sechsten Grand-Slam-Finales seiner Karriere sicherte sich Zverev gleich mehrere deutsche Rekorde: Als erster männlicher Deutscher steht er in seinem zweiten US-Open-Finale und lässt Becker, Michael Stich und Gottfried von Cramm hinter sich. Drei Grand-Slam-Finals in Serie schaffte ebenfalls vor ihm noch keiner. Nach dem Triumph bei den French Open und der Final-Niederlage gegen Jannik Sinner in Wimbledon könnte Zverev seine herausragende Saison krönen. Durch den Finaleinzug überholte er bereits in der Jahreswertung Sinner, der in New York wegen einer Verletzung fehlt.
