
Französische und niederländische Fahnder haben einen Schmuggel von 3,9 Tonnen Kokain im Wert von 225 Millionen Euro in die Niederlande gestoppt. Der französische Zoll habe die Drogen im Hafen von Dunkerque bei der Kontrolle eines aus dem westafrikanischen Ghana kommenden Containers mit Plastikabfall entdeckt, der eigentlich weiter nach Antwerpen transportiert werden sollte, teilten die für organisierte Kriminalität zuständigen Staatsanwaltschaften in Den Haag und Paris mit. Im niederländischen Dordrecht wurde ein Mann festgenommen, der das Kokain in die Niederlande einschmuggeln wollte.
Die Ermittler hätten gewusst, dass das Kokain unter anderem für das Netzwerk des Niederländers Jos Leijdekkers, einer Schlüsselfigur im internationalen Drogenhandel, bestimmt war und den Container gezielt durchsucht, berichtete die niederländische Zeitung „De Telegraaf“. Leijdekkers, genannt „Bolle Jos“, ist seit Jahren flüchtig und steht auf der Liste „Most Wanted“ von Europol. Er war zuletzt in Sierra Leone signalisiert worden und soll mit der Tochter des Präsidenten dort liiert sein. Doch das westafrikanische Land liefert ihn nicht aus.
Kokainschmuggel aus Westafrika im Visier
Die niederländische Justiz hat den Kokainschmuggel aus Westafrika verstärkt ins Visier genommen und sieht Leijdekkers nicht nur als treibende Kraft hinter Drogentransporten, sondern auch als Auslöser heftiger Gewalt in der Unterwelt, so „De Telegraaf“. Der letzte große Fang war eine Ladung von 30 Tonnen Kokain, die im Mai von der spanischen Marine in Kooperation mit der niederländischen Polizei vor der Küste Westafrikas beschlagnahmt wurde.
Wie Europol in dieser Woche mitteilte, gelang spanischen Fahndern außerdem ein Schlag gegen ein Netzwerk, das Geldwäsche für die Kokainschmuggler betreibt. 21 Verdächtige seien festgenommen worden, darunter die Schlüsselfigur eines großen illegalen Bankennetzwerks, das als „Dubai Bank“ bekannt ist. Nach einem Bericht des niederländischen „Algemeen Dagblad“ soll diese Schlüsselfigur unter anderem für Leijdekkers Milliardensummen aus dem Drogenhandel verschoben haben.
