Der Präsident des Organisationskomitees der Olympischen Winterspiele 2030 in Frankreich, Edgar Grospiron, ist nach lang anhaltenden Problemen von seinem Amt zurückgetreten. »Nach mehreren Monaten voller Spannungen auf der Führungsebene komme ich zu dem Schluss, dass die Bedingungen für mich nicht mehr gegeben sind, dieses Abenteuer fortzusetzen«, schrieb Grospiron bei LinkedIn. Es sei mittlerweile »richtiger, den Staffelstab weiterzugeben, als daran festzuhalten«. Grospiron wurde 1992 Olympiasieger auf der Buckelpiste.
Das Exekutivbüro der Winterspiele habe die Entscheidung Grospirons zur Kenntnis genommen, teilte das Organisationskomitee mit. Das IOC dankte Grospiron für seine »entscheidende Arbeit« und bezeichnete die wirtschaftlichen Grundlagen des Projekts als »solide«. Es profitiere zudem »von der Ausarbeitung eines robusten übergreifenden Standortkonzeptes«. Der Schritt sei »Teil eines bewusst gewählten, gut organisierten und verantwortungsvollen Übergangs im Interesse des Projekts und seiner Leitung«, teilte das Komitee mit.
»Unüberwindbare Meinungsverschiedenheiten«
Dem Organisationskomitee haben interne Streitigkeiten und Personalfragen schon über längere Zeit zu schaffen gemacht. Wie die französische Zeitung Le Monde berichtete, eckte Grospiron anscheinend mit seinem Managementstil an. Grospirons Rücktritt folgt auf das Ausscheiden von drei anderen Führungskräften aus dem zerstrittenen Organisationskomitee. Bereits im vergangenen Dezember war die operative Direktorin Anne Murac gegangen. Im Februar war dann Generaldirektor Cyril Linette nach »unüberwindbare Meinungsverschiedenheiten« mit Grospiron zurückgetreten. Linette verkündete seinen Abgang während der Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo.
Zudem hatten wichtige Entscheidungsträger den Glauben an eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Grospiron verloren und teilten dies dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) im vergangenen Monat auch mit – darunter Frankreichs Regierung und auch die Olympia-Regionen Provence-Alpes-Cote d’Azur und Auvergne-Rhone-Alpes sowie das Olympische und Paralympische Komitee Frankreichs.
Übergangspräsident gesucht
Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 14. September soll die Übergangszeit bis zur Ernennung eines neuen Präsidenten oder einer neuen Präsidentin für die Winterspiele geregelt werden, hieß es. Nach den Sommerspielen in Paris 2024 finden die Olympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen statt. Dort wurden bereits Winterspiele in Chamonix (1924), Grenoble (1968) und Albertville (1992) veranstaltet.
